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Die Schweiz zwischen Hirtenidylle und High-Tech-Performance : eine volkskundliche Annäherung
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konnte zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen führen. Die Reformation hatdiesen Stadt- Land Gegensatz mindestens in politischer Hinsicht dadurchstark relativiert, daß nicht alle Städte zum neuen Glauben übertraten.

Eine Reihe weiterer subtiler Grenzverläufe sind durch wirtschaftlich-rechtliche Strukturen bedingt. Bei den Steuerverhältnissen haben sich z.B.landesweit zwei Blöcke herausgebildet( die Steueransätze variieren in derSchweiz je nach Kanton und Gemeinde): eine östliche Hälfte mit wesentlichniedrigeren Ansätzen und eine westliche mit höheren Steuerfüßen. DieFachleute führen dies auf die Vorreiterrolle des wirtschaftlich starken Zü-richs zurück. Interessanterweise kommt bei dieser Grenze wieder eine alteKulturscheide zum Tragen- die sogenannte Brünig- Napf- Reuẞ- Linie- diebei verschiedenen kulturellen Phänomenen die nördliche Schweiz in zweiHälften trennte, jenseits der konfessionellen und sprachlichen Grenzen.Diese Kulturgrenze beruht auf alten kirchlichen( Bistumsgrenzen) und po-litischen Einflußsphären( Hochburgund, später der Stadtstaat Bern).

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Konfessionelle Grenzen und Gruppierungen

Seit der Reformation standen sich während Jahrhunderten zwei großekonfessionelle Lager gegenüber, die über klar umgrenzte Territorien verfüg-ten: die römisch- katholischen Stammlande und die zum neuen Glaubenübergetretenen reformierten Kantone oder Stände( Karte 4). Jeder eidgenös-sische Ort bestimmte seine konfessionelle Zugehörigkeit selbst, oft in einerdemokratischen Ausmarchung aufgrund von Religionsgesprächen. So spal-tete die Reformation die Schweiz in zwei gegensätzliche Lager, die zwar ineinem losen Bund, der Eidgenossenschaft, zusammengefaßt blieben, oftnotdürftig genug, die aber mehrmals die Waffen gegeneinander erhoben.1523 brach Zürich unter dem Einfluß des Reformators Huldrych Zwinglimit dem Papsttum und dem herkömmlichen Verständnis von Sakramentenund Liturgie, wenig später folgten Bern( 1528) und Basel( 1529). DieReformation erfaßte zunächst nur die deutsche Schweiz, und hier vor allemStadtstaaten. Durch die Eroberung der Waadt( 1536), das vorher zum Her-zogtum Savoyen gehörte, breitete sich die Reformation unter bernischemDruck auch in der Westschweiz aus. Im gleichen Jahr schwor Genf( im

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