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Großräumige Einkommensdisparitäten
Auch von der ökonomischen Situation, den Einkommensverhältnissenher, ist die Schweiz kein homogenes Gebiet, sondern sie zerfällt in unter-schiedliche Regionen, in wirtschaftliche Zentren und mehr oder wenigerbenachteiligte Randgebiete, was immer wieder zu Spannungen führt. Dassogenannte ,, Goldene Dreieck", gebildet von den Städten Zürich, Bern,Basel, umfaßt die wirtschaftlich stärkste Zone. Als Pendant, allerdingsweniger dominant, wäre die Achse Genf- Lausanne zu erwähnen. Generellkonzentriert sich das ökonomische Hauptgewicht im Mittelland, währenddie Berggebiete eher benachteiligt sind. Aber auch da gibt es Landschaften,die wirtschaftlich bedeutend besser dastehen als benachbarte Gebiete, Re-gionen vor allem mit starker touristischer Infrastruktur( Davos, St. Moritz,Montana- Vermala). Andere alpine Regionen- meist verkehrstechnisch ab-gelegen und ohne besondere touristische Attraktionen- können im schwei-zerischen Maßstab fast als Entwicklungsgebiete gelten. So etwa das Un-terengadin, das von der Deutschschweiz aus leichter über den Arlberg undNordtirol erreicht wird. Nicht immer aber war das Kräfteverhältnis soeindeutig: Lange Zeit brachten die alpine Viehzucht, die Käseherstellungund die entsprechenden Exporte vor allem den nordalpinen Regionen guteEinkünfte. Auch der Paẞverkehr war für viele Gebirgstäler eine sichereEinkommensquelle. Davon zeugen die stattlichen Dörfer. Erst im 19. Jahr-hundert verlagerten sich die Verhältnisse durch die starke Industrialisierungdes Mittellandes so eindeutig. In neuester Zeit haben die unterschiedlichenArbeitslosenquoten- ein in der Schweiz seit den dreißiger Jahren kaummehr bekanntes Phänomen- zu Ungleichgewichten geführt: die West-schweiz ist davon weit stärker betroffen als die deutsche Schweiz.
Wenn wir tiefer in die Geschichte zurückgehen, so finden wir ein ausge-prägtes Spannungsverhältnis Stadt- Land: Vor der Reformation befandensich die Landstände der alpinen Regionen( Uri, Schwyz, Unterwalden,Glarus, Zug und Appenzell) oft in Gegensatz zu den Stadtorten Zürich, Bern,Luzern, später auch Freiburg, Solothurn, Basel und Schaffhausen. Das
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