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Die Schweiz zwischen Hirtenidylle und High-Tech-Performance : eine volkskundliche Annäherung
Entstehung
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Disparitäten und Partikularismen oder die Kräfte des Zentrifugalen

Wohl kein europäischer Staat weist auf so kleinem Raum( 41.288 km² bei6,87 Millionen Einwohnern) eine derart große kulturelle Heterogenität auf;sie prägt das Schicksal der Schweiz. Sie hat Regierung und Volk stets zuBehutsamkeit im gegenseitigen Umgang gezwungen, zu Toleranz, wollteman nicht die zentrifugalen Kräfte, die immer wirksam sind, stärken undeine gefährliche Situation heraufbeschwören. Was von der Staatsraison herals belastendes Erbe gelten kann, erweist sich schließlich als Chance. Dieinterethnische Toleranz, zum Grundsatz schweizerischen Denkens, Legife-rierens und Handelns geworden, beruht zu einem guten Teil auf diesenGegebenheiten.

Es gilt aber weitere Faktoren- neben dem Willen zu überleben und demKalkül des gemeinsamen Nutzens- aufzuführen, welche die Einheit bewir-ken: Über das Trennende der geomorphologischen, klimatischen und ethni-schen Grenzen hinaus bestehen auch verbindende Strukturen, nicht nur imadministrativen Bereich, sondern im gewachsenen kulturellen Erbe. DieSchärfe gewisser Grenzen wie etwa der sprachlichen- werden durchGemeinsamkeiten, die überlappen, gemildert. Mit andern Worten: Es beste-hen stets genügend übergreifende Solidaritäten, um allfällige Bruchfugenzu überbrücken.

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Die morphologischen Regionen und ihre herkömmliche Bewirtschaftung

Die traditionellen bäuerlichen Wirtschaftsformen sind bereits in derOberflächenstruktur eines Landes angelegt und begründet. Die Schweizwird großräumig durch die Alpenkette und den Jura in verschiedene Land-schaften gegliedert, wobei die Hauptorientierung von Südwesten nachNordosten geht. Ein vielarmiges Flußsystem bringt zusätzlich eine Nord-Süd- Gliederung. Diese naturgegebenen Trennlinien kammern das Land inGroßräume, die sich in Oberflächenstruktur und Mikroklima unterscheiden,was zu unterschiedlichen Formen der Landwirtschaft geführt hat.

Kernstück der Schweiz ist neben dem Alpenraum das Mittelland, einleicht gewelltes, reich mit Wasserläufen und Seen durchsetztes Gebiet,fruchtbar und von gemäßigtem Klima. Das Mittelland war jahrhundertelangeine Zone des Ackerbaus, wobei der Anbau von Körnerfrüchten wie Hafer,Korn, Weizen, im Mittelalter Hirse dominierte. Daneben fand sich auchViehhaltung, Obst- und Weinbau. Bis zum Ende des ancien régime( 1798)beachtete man die Dreifelder- Wirtschaft, welche nach zweimaliger Frucht-folge ein Jahr der Brache einschob. Dieses Mittelland, einst wichtigstes

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