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Die Schweiz zwischen Hirtenidylle und High-Tech-Performance : eine volkskundliche Annäherung
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tender wird. Hier beschränkt sich die Formenvielfalt auf eigentliche Club-und Heimanlässe.

Feste kann man auch nach dem dominanten brauchtümlichen Elementoder Gestaltungsmittel einteilen: Da wären die vielfältigen, eindrücklichenFeuerbräuche und Lichterumzüge zu erwähnen, die ,, feux de brandon" inder französischen, die brennenden Holzstöße an der Alten Fasnacht in derdeutschen Schweiz, der gewaltige und beklemmende ,, Kienbesen" im Städt-chen Liestal, der 1. August mit seinen Höhenfeuern, die herbstlichen Räben-lichter- Umzüge in den Zürcher Gemeinden usw. Auch der Lärm ist einwichtiges Gestaltungsmittel, das vor allem bei nächtlichen Bräuchen zurGeltung kommt: das Knallen mit überlangen Peitschenstricken in der vor-winterlichen Innerschweiz oder das Schlagen auf Pfannen und Töpfe beigewissen Fasnachtsbräuchen, das Trycheln( rhythmisches Läuten mitgroßen Kuhglocken) in der Neujahrszeit zu Meiringen.

Bestimmendes Gestaltungsmittel- und hier in direktem Bezug zur Vege-tation- können auch Zweige und Äste sein, was vor allem im Frühjahrbeliebt ist: die Laubgestalten im Mai, der ,, Pfingstsprützlig" im Fricktal, derMaibär in Ragaz.

Andere Bräuche nehmen ausdrücklich Bezug auf das bäuerliche Jahr, dieErntebräuche also: die Winzerfeste in den Weingegenden, im Tessin und derOstschweiz genauso wie in der Westschweiz, das Schäferfest auf der Gem-mi, die ,, Chästeilete"( Verteilung des Käsenutzens am Ende des Alpsom-mers an die Bezugs- Berechtigten) im Justistal, die ,, Älplerchilbi" in Obwal-den nach der Alp- Entladung, der ,, Zibelemärit" in Bern.

Anderswo beziehen sich Feste auf ein wichtiges Ereignis in der lokalenoder nationalen Geschichte: die Sempacher Schlachtfeier, die Escalade inGenf usw.

Viele Anlässe dienen der Selbstdarstellung standesbewußter Oberschich-ten: das Zürcher Sechseläuten ist hier zu nennen; aber auch gewisse zunft-stolze Fasnachtsbräuche gehören in diesen Zusammenhang.

Eine Reihe von Festen sind bloße Folklore- Ereignisse, konzipiert, um dieZuschauer in Scharen in die Stadt zu locken: der Schaulust dienen dannUmzüge, mit großem Aufwand hergerichtete Blumenwagen usw. Das Nar-zissenfest in Montreux hatte diese Funktion. Heute sind es vor allem dieWinzerfeste in Neuchâtel, der Waadt, in Lugano.

Taumel im Maskenkleid- zur Blüte des Karnevals in der Schweiz

Ein Brauchkomplex hat in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten eineungeahnte Renaissance erlebt: die Fasnacht. Noch in den dreißiger Jahrenschien sie, von wenigen Hochburgen abgesehen, definitiv zum bloẞen

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