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Die Schweiz zwischen Hirtenidylle und High-Tech-Performance : eine volkskundliche Annäherung
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äußerte sich vor allem beim Kulturkampf 1871/84, als die Berner Regierunggewalttätig in die kirchlichen Verhältnisse des Juras eingriff und das religiö-se Empfinden der Bevölkerung tief verletzte. Das ging bis zur Vertreibungder romtreuen Geistlichen ins benachbarte französische Exil. Damals wurdedie Kapelle von Vorburg bei Delsberg zum nationalen Wallfahrtsort derJurassier und zum wichtigsten Identitätssymbol der Bevölkerung. Die Wun-den von damals sind bis heute nicht ganz vernarbt. Nach dem ZweitenWeltkrieg brach der Zwist vollends aus, als 1947 das Parlament in Bern dieWahl eines Jurassiers zum Kantonalen Baudirektor ablehnte. Im ,, Rassem-blement Jurassien" fanden die Unzufriedenheit und das Autonomiestrebeneinen beredten, phantasiereichen Ausdruck. In langen Auseinandersetzun-gen, die zu neuen Formen öffentlicher politischer Kultur führten( Fackelzü-ge, Fahnenmärsche, Volksfeste usw.) und die auch terroristische Akte zei-tigten, gelangen schließlich die Ablösung und die Gründung eines neuenKantons( 1979). Der Prozeß war neu für die Schweiz und ist im Augenblicknoch nicht zur Ruhe gekommen, da Teile des Südjuras, die bei Bern geblie-ben sind, vom neuen Kanton beansprucht werden. In der Schwebe istgegenwärtig auch eine neue kantonale Zugehörigkeit des deutschsprachigenLaufentals, wo sich Berntreue und Anhänger eines Anschlusses an denbenachbarten Kanton Basel Landschaft beinahe die Waage halten, sich aberin einer Volksabstimmung 1989 eine hauchdünne Mehrheit für den Kantons-wechsel aussprach.

Allemann, Fritz- René: 26 mal die Schweiz. München 1985.

Baumer, Iso: Pèlerinages jurassiens. Le Vorbourg près Delémont( Suisse). Porrentruy 1976.Boillat, Pierre: Jura, naissance d'un Etat. Lausanne 1989.

Jenkins, John R. G.: Jura Separatism in Switzerland. Oxford 1968.

Morel, Charles- Ferdinand: Histoire et statistique de l'ancien évêché de Bâle. Bibliothèquejurassienne 1959.

Die Gemeindeautonomie- Hort des politischen Partikularismus

Die Diversität und Buntheit, die auf kantonaler Ebene anzutreffen ist,setzt sich in den Gemeindeorganismen fort. Dadurch erreicht die Karte derSchweiz ihr Höchstmaß an Buntscheckigkeit und Heterogenität. Die Ge-meinden- Mikroorganismen des sozialen und kulturellen Lebens- besitzenein bedeutendes Maß an Eigenständigkeit und unterscheiden sich in derGrundstruktur und im Kompetenzbereich je nach Kantonen. In Graubündenz.B. besitzen die Gemeinden ein hohes Maß von Autonomie; hier könnenviele Reformen und Veränderungen auf kantonaler Ebene kaum ohne Zu-stimmung der Gemeinden erfolgen. Es ist dies die typische Situation eines

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