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Studien zum griechischen Märchen
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Kapitel 12

DER GRIECHISCHE MÄRCHENKATALOG

VON GEORGIOS A. MEGAS

In den Ausführungen dieses Buches ist immer wieder von dem griechischenMärchenkatalog von Georgios A. Megas die Rede gewesen. Der bis heutenur teilweise veröffentlichte Märchenkatalog nach dem System von Aarne-Thompson( nur der Teil der Tierfabeln ist ediert worden, vgl. To ελλŋviкóπαραμύθι. Αναλυτικός κατάλογος τύπων και παραλλαγών κατά τοσύστημα Aare- Thompson( FFC 184). Τεύχος πρώτον. Μύθοι ζώων. Αt-hen 1978) hat eine lange Geschichte. Megas selbst hat sie uns in einemReferat zur Kenntnis gebracht, das er 1975 vor der Athener Akademie, derenMitglied er seit 1971 gewesen ist, bei Druckbeginn des Katalogs gehaltenhat 473. Ein unverhofftes Schicksal nahm ihm aber schon im nächsten Jahr( 1976) die Feder aus der Hand, und so blieb der Katalog unvollendet; erst1978 ist posthum das Heft mit der Klassifizierung der Tierfabeln erschienen( siehe oben); und es ist seit einigen Jahren schon sehr zweifelhaft, ob dieDrucklegung des gesamten Werkes überhaupt jemals vor sich gehen wird,ein Versuch, den der Autor vor Jahren mit einem Antrag an zuständigeöffentliche Stellen auf sich genommen hat, der aber im Räderwerk derBürokratie steckengeblieben ist.

Megas begann sich mit dem Thema schon in seinen Studienjahren zubeschäftigen, unter Anleitung seines Lehrers, des Begründers der wissen-schaftlichen Volkskunde in Griechenland, Nikolaos G. Politis; das führt unsin eine Epoche kurz nach der im Jahre 1910 erfolgten Ausgabe des Katalogsder Märchentypen durch Antti Aarne; das Vorhaben wurde damals in demvon Kaarle Krohn redigierten Dritten Bericht über die Tätigkeit des folklo-ristischen Forscherbundes, FF'(= FFC 12) Helsinki 1913, S. 9 angekündigt.Zu den ernsthaften Gründen der großen Verspätung zählt Megas auch dieSchwierigkeit der Einordnung des Märchenmaterials aus Südosteuropa indas Vorbildschemas Aarnes, dem es nicht gelungen war, in ausreichendemMaße auch diesen geographischen Bereich zu berücksichtigen; das beweistauch die Tatsache, daß, als Aarne selbst die 114 Märchen der bekanntenSammlung von Georg von Hahn klassifizieren wollte, nur 57 davon ihrenPlatz in seinem Schema fanden( vgl. A. Aarne, Übersicht der mit demVerzeichnis der Märchentypen in den Sammlungen Grimms... und Hahnsübereinstimmenden Märchen[ FFC 10]. Helsinki 1912, S. 14ff.).

Die Erweiterung des Katalogs durch Stith Thompson( 1928) erforderte dieUmarbeitung des bis dahin ausgearbeiteten Werks durch Megas, ebenso wiedie neue Ausgabe des Katalogs( 1961), die übrigens in jedem Fall ausrei-chend"( so Megas) informiert schien, auch was das griechische Märchen473 Пpaкtiкá The Aкadquias A0vov 50( 1975) S. 107 117( mit deutscher Zusammenfas-

sung).

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