Königstochter zu Fiorentinos:, Dreh dich um und sieh zurück, was für eineWolke kommt. Er sagte zu ihr:, Es kommt eine rote Wolke.-, Ich gebe direinen Backenstreich und du wirst zur Kirche und ein kleiner Mönch schlägtdie Glocke. Und ich werde zu einem Basilikumstock. Da kam auch schonder Vater an:, Mein Mönch, hast du keinen Mann und keine Frau hiervorübergehen sehen?'-, Ich läute meine Glocke und achte nur auf sie. DerKönig kehrte in den Palast zurück. Die Königin sagt zu ihm:, Hast du sienicht gefunden?' Er sagte:, Nein, nur einen Basilikumstock und einen jungenMönch. Sie sagte:, Das waren sie; jetzt geh ich selbst', und sie brach auf.Da fragte wiederum die Tochter:, Was für eine Wolke kommt?'-, Es kommteeine schwarze Wolke.' Sie sagte:, Das ist meine Mutter. Jetzt geb ich dir einenBackenstreich, und du wirst zum See und ich eine Ente, die daraufschwimmt.'" 221
Aber auch in anderen Fällen, nicht nur bei der Magischen Flucht, erscheinendie Zauberhelden des Märchens in Form von Wolken:„ Er ging und ging,und dort wohin er ging war ein sehr hohes Haus, so hoch, daß man es kaumsehen konnte, und da gab es keine Türen und keine Fenster und nur ein ganzkleines Fenster ganz oben an der Spitze. Da setzte er sich hin und wartete,um zu sehen, wer in diesem Hause wohne. Als es Abend wurde, hörte er dort,wo er saẞ, ein Getöse und drehte sich um, um zu sehen, was dies sei. Einegroße Wolke schwebte zur Erde herab. Und im selben Augenblick erschienvor ihm eine dicke Frau in schwarzen Kleidern..." 222
Vielleicht aber handelt es sich im Falle der Wolke, selbst in den Märchen,nicht um eine echte Verwandlung; die Helden verwandeln sich nicht inWolken, sondern befinden sich darin, werden in ihnen von einem Ort zumanderen gebracht. Das läßt sich deutlich in den Sagen nachweisen. So heißtes in einer Überlieferung aus Zante:„ Wenn ein Wirbelwind vorüberkommt,so ist es die Hochzeit der Windneraiden, die sind da drinnen und tanzen. Wernahe daran ist, muß schreien:, Ein guten Schicksal mögt ihr haben!"" 223 DieWolke als wunderbare Erscheinung war ein durchaus gängiges Motiv in deraltgriechischen Mythologie. Bei Homer ist sie sehr häufig anzutreffen. UndPlutarch schreibt an einer Stelle scherzhaft, daß der Tintenfisch, mit seiner,, finsteren Flüssigkeit", die er ausspritzt, wenn er in Gefahr ist, die homeri-221 Albert Thumb, Handbuch der neugriechischen Volkssprache. Grammatik, Texte, Glossar.Straßburg 1910, S. 281f. Die„ Magische Flucht" gehört eigentlich zum MärchentypusAaTh 313. Wie wir gesehen haben, ist sie, außer dem Motiv der Wolke, voll vonVerwandlungen. Zu weiteren Varianten der„ Magischen Flucht" im griechischen Märchenvgl. auch M. I. Manuskas/ W. Puchner, Die vergessene Braut. Bruchstücke einer kretischenKomödie des 17. Jahrhunderts in den griechischen Märchenvarianten vom Typ AaTh 313c.Wien 1984, S. 105-111.
222 LF, Arytinu Amalia, S. 1( Drama).
223 Politis, Пapadóσɛiç, Nr. 267 und viele andere dieser Kategorie. Dieser Glaube ist beiallen Völkern verbreitet. In der Ukraine z.B. glaubt man, wenn jemand ein Messer in einenWirbelwind wirft, wird es blutig zur Erde fallen, weil es den Zauberer verletzt, der in ihmsteckt( A. Ruffat, La superstition à travers les âges. Paris 1951, S. 244).
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