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Der Mensch und die Biene : die Apikultur Sloweniens in der traditionellen Wirtschaft und Volkskunst ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien = Človek in čebela
Entstehung
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Die Bienenzucht heute

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3. Die Gewinnung von Bienenerzeugnissen

Bienenerzeugnisse sind seit jeher als Nahrungsmittel und Arzneimittel bekannt. Oftstellte der Honig den einzigen Süßstoff dar. Neuerdings ist hier vieles anders ge-worden. Die Bienen werden viel komplexer genutzt, möglich ist auch eine Speziali-sierung von Bienenhaltungen. In Slowenien geben sich die Bienenzüchter großeMühe, um das Endringen von Medikamenten für die Bienenbehandlung in den Ho-nig zu verhindern. Die Handelsfirmen kontrollieren den angekauften Honig laufendauf Überreste von Medikamenten gegen die Varoose und von Antibiotika.

3.1. Die Bedeutung der Tracht für die Honigerzeugung

Die Honigerzeugung stellt auch in Slowenien die wichtigste Wirtschaftssparte derBienenhaltung dar. Slowenische Verarbeitungsunternehmen kaufen slowenischenBienenzüchtern jährlich durchschnittlich 1800 Tonnen Honig ab. Der übrige Honigwird von Bienenzüchtern zu Hause verkauft oder für den eigenen Haushalt ver-wendet.

Alle technologischen Verrichtungen haben eine rechtzeitige Bereitschaft der Bie-nen für die Tracht zu gewährleisten. Im zeitigen Frühjahr entwickelt sich bei günsti-gen Trachtbedingungen das Bienenvolk blitzartig. Die erste wirtschaftlich bedeu-tende Tracht bedeuten Obstbäume und Ölpflanzen( Kreuzblüter), danach kommteine meist sehr reiche Akazientracht". Nach Beendigung der Akazientracht wer-den die Stöcke meist in Wälder gebracht, wo die Bienen den Honigtau an Tanne,Fichte usw. nutzen können. Außer dem Honigtau ist in den Wäldern auch die Ka-stanienblüte und in manchen Gegenden auch die Lindenblüte beachtenswert. Lei-der ist der Buchweizen von den Feldern praktisch verschwunden. Dadurch fehlt einsehr hochwertiger Honig im Spätsommer, die Bienenzüchter sind genötigt, schonsehr früh als Winterfütterung den Bienen Zuckerlösungen bereitzustellen.

Die Bienen können an ihrem ständigen Standort nur die Trachtbedingungen ihrernächsten Umgebung nutzen. Wenn der Bienenzüchter den Honigertrag erhöhenwill, muß er seine Bienen zu nahen und entfernteren Bienentrachten bringen. Eini-ge slowenische Bienenzüchter haben sich zu richtigen Nomaden entwickelt. Siekennen alle Bienenweiden in Slowenien, manchmal auch in anderen jugoslawi-schen Teilrepubliken. Um größere Honigerträge zu erzielen, braucht der Bienen-züchter große Kenntnisse über die Zeit und die Vorbedingungen von Bienentrach-ten,aber auch einen Schuß Glück.

In Slowenien gibt es einen Waldbeobachtungsdienst, der den Honigtau an etwa 20Stellen in Slowenien durch auf Waagen aufgestellte Beobachtungsstöcke kontrol-liert. Die Stöcke werden täglich gewogen und die Ergebnisse an die Firma Medexgemeldet. Der Förderungsdienst des Unternehmens gibt die Informationen an Bie-nenzüchter weiter, so daß diese über die Waldtracht und ihre Ergiebigkeit in einzel-