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Der Mensch und die Biene : die Apikultur Sloweniens in der traditionellen Wirtschaft und Volkskunst ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien = Človek in čebela
Entstehung
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Malereien an Stirnbrettern der Bienenstöcke

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ergeben, daß es sich um falsche Jahreszahllesungen handelt. Über vernichteteoder verschollene Exemplare, die nach mündlicher Information noch ältere Jahres-zahlen aufwiesen, ist selbstverständlich kein Urteil möglich: doch erscheinen über-lieferte Jahreszahlen, bei denen an der zweiten und dritten Stelle dieselben Jahres-zahlen vorkommen, wie bei den erwiesenerweise falsch gelesenen Jahreszahlenauf erhaltenen Exemplaren, zumindest sehr zweifelhaft. Die folgende ältesten da-tierten Exemplare tragen die Jahreszahlen 1770, 1787, 1788, 1789, darauf erstfolgen mehrere Exemplare aus den folgende Jahrzehnten. Von den schriftlichenQuellen wäre an erster Stelle eine ziemlich eingehende Beschreibung der Bienen-haltung in Krain aus dem Jahre 1689 zu erwähnen, die ex silentio zeugt. Der kraini-sche Polyhistor Johann Weikhard Valvasor erwähnt in seinem monumentalenWerk Ehre des Herzogthums Crain" trotz seines sehr ausgeprägten Interesses füralles Besondere in seiner genauen Beschreibung der Bienenstöcke keine Malerei-en; deshalb dürften diese damals wohl noch nicht üblich gewesen sein. Ein schrift-liches Zeugnis über die ältesten bemalten Stirnbretter stammt vom französischenNaturwissenschaftler Balthasar Hacquet, der zwischen 1766 und 1787 in Slowe-nien lebte und das Land bereiste. In dieser Zeit sah er auch bemalte Bienenstöcke,die er in seinem Werk Abbildung und Beschreibung der südwest- und östlichenVenden, Illyrer und Slaven" erwähnt; das Werk ist erst zwischen 1801 und 1808 inLeipzig erschienen. In seiner Beschreibung der Bienenhaltung in Oberkrain schreibter: Ein jeder Stock ist auf der schmalen Vorderseite mit der Figur eines Thieres,Pflanze oder Heiligen bemahlt." Aus dem Ausdruck jeder Stock" kann geschlossenwerden, daß diese Malerei in Oberkrain damals schon sehr verbreitet war. Dasnächste Zeugnis stammt aus den Jahren 1776-1778 vom Besitzer der HerrschaftLan šprež, dem sehr erfolgreichen und fortschrittlichen Landwirt und Erudit PeterPavel Glavar, Mitglied der Landwirtschaftlichen Gesellschaft, in seiner vervollstän-digten Übersetzung der Abhandlung vom Schwärmen der Bienen" von AntonJanša, in der Handschrift ,, Pogovor o Zhebelnih Rojou" genannt. In seiner Anleitungüber die künstliche Anregung von Schwärmen rät er sehr originell, der Bienenhaltersolle mittels Wachs am Stirnbrett ein bemaltes Papier( ,, en smalan Papier") anbrin-gen, um die Bienen in den Stock zu locken, in dem er sie haben möchte. Aufgrunddieser Schrift wäre die Schlußfolgerung möglich, daß im achten Jahrzehnt des 18.Jahrhunderts in Unterkrain die Bemalung der Stirnbretter noch nicht üblich warbzw. daß auf Papier gemalte Bilder angeklebt wurden. Doch waren wenigstens ei-nige unter seinen Bienenstöcken, die er aus Komenda nach Unterkrain bringen ließ,bemalt. So verwendet er zur Kennzeichnung bestimmter Bienenstöcke in einemBrief aus dem Jahre 1780 Namen: Noe, Isaacus, Josue, Absalom, Jonas, Haba-cuc, Dolorosa, Neustift, Simeon, Ostensorium. Dagegen scheint eine Quelle ausdem Jahre 1795 darauf hinzuweisen, daß gegen Ende des 18. Jahrhunderts inKärnten bemalte Stirnbretter sehr gebräuchlich gewesen sein müssen. In diesemJahr wurde nämlich der deutsche Arzt, Julius Heinrich Gottlieb Schlegel aus Jena,bei einer Reise darauf aufmerksam. Er schrieb in seiner Reisebeschreibung Reisedurch einige Theile vom mittäglichen Deutschland und dem Venetianischen", er-schienen 1798 in Erfurt, die Imkerei sei besonders in Oberkärnten beträchtlich, essein jedoch weder Bienenkörbe noch ausgehöhlte Baumstämme zu sehen, son-