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Volkskunst im Zeichen der Fische : Ausstellung im Prämonstratenserstift Geras ; Katalog
Entstehung
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Betrieb eines Gemeinschaftslebens eingebunden war, wie es eben durch dieZünfte gegeben sein mußte 5. Und die Zunftzeichen wiesen auch auf diegesellschaftlichen Differenzierungen hin, daß freie Fischer nicht gleichStadtfischern oder auch gleich Klosterfischern arbeiten und feiern durften.Wenn man die Teichfischerei im Waldviertel oder im angrenzenden Böhmenetwa ins Auge faßte 6, mußten Unterschiede zwischen den Fischern derfürstlichen Herrschaft Schwarzenberg etwa und der Stiftsherrschaft Geraszum Vorschein kommen. Davon ist leider bisher allzuwenig gesagt worden.Das wirtschaftliche Element des Ausfischens der Teiche, des Ansetzensneuer Fischbestände, des Fischtransportes über weite Landstrecken hin',das wurde mehr betont als das kulturelle Verhalten der Menschen, die mitalldem verbunden waren.

Von den Fischerzünften wendet sich der Blick auf den Volksbrauch,der mit Fischen verknüpft war und ist. Im mittelalterlichen Bereich warda manches zweifellos Volksbrauch im Sinn von Rechtsbrauch, wie dieRechtsdenkmäler des Marktfischers noch deutlich bezeugen 8. Sonst gibtes ja kaum Hinweise auf mittelalterliche Züge, alle unsere Kenntnis beginnthier wie in so vielen anderen Fällen mit der frühen Neuzeit. In dieser Zeit,im 16. Jahrhundert setzen die ersten Bezeugungen von Fischerzeichen,Fischerwappen ein 9, in diese Zeit fallen wohl auch die ersten Sachzeugnissefür den Verzehr von Fischen im brauchtümlichen Sinn. Fische als Fasten-speisen wie fischgestaltige Gebäcke müssen in dieser Zeit in stärkerem Aus-maß eingesetzt haben 10. Im weiteren zeigt es freilich, daß derartige Ge-staltungen, also Backmodel in Fischform, Lebzeltenmodel mit Fischdar-stellungen und ähnliches eigentlich erst in der Barockzeit greifbar wird. Diefischgestaltigen Gefäße der Zünfte mögen manchmal bis ins 16. Jahrhundertzurückgereicht haben. Andere ähnliche Gestaltungen, Nachfolger diesergrößeren Fisch- Gefäße, stammen dagegen in der Regel aus dem 18. undfrühen 19. Jahrhundert, und ein Weiterwachstum zur Gegenwart ist unterfreilich sehr geänderten Voraussetzungen durchaus möglich.

Maßgebend für alle diese Dinge ist offenbar immer das Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumgewesen, auch wenn davon auf weiten Strecken nichts bekannt ist. Denn ob

5 Karl Gröber, Alte deutsche Zunftherrlichkeit. München 1936.Leopold Schmidt, Zunftzeichen. Zeugnisse alter Handwerkskunst. Salz-burg 1973.

6 Rupert Hauer, Heimatkunde des Bezirkes Gmünd. 2. Aufl. Gmünd1951. S. 170 ff.

7 Georg Wacha, Zur Geschichte des Fischhandels in Oberösterreich( Mitteilungen des Oberösterreichischen Landesarchivs, Bd. 8, Linz 1964, S. 416 ff.).8 Oskar Moser, Zur Geschichte und Kenntnis der volkstümlichen Ge-bärden( Carinthia I, Bd. 144, Klagenfurt 1954, S. 750 ff. und Abb. 6).

Walter M. Brod, Altertümer und Bräuche der Fischerzunft zu Würz-

burg( Mainfränkische Hefte, 20) Würzburg( 1954).

10 Max Höfler, Gebildbrote der Faschings-, Fastnachts- und Fastenzeit(= Beiheft zur Zeitschrift für österreichische Volkskunde, Bd. VI), Wien 1908.

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