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1 (1923) Türkische Märchen : . 1 / Billur Köschk : 14 türk. Märchen, zum erstenmal nach d. beiden Stambuler Drucken d. Märchensammlg ins Deutsche übers
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Nachschrift.

Von Georg Jacob.

ährend Herr Dr. Menzel in Konstantinopel und Odessa

weilte, habe ich die Korrekturen dieses Bandes erledigt,indem ich mich natürlich streng an sein Manuskript hielt. Da-bei fielen mir mancherlei Parallelen aus der Märchenliteratur ein,auf die ein Hinweis demjenigen willkommen sein dürfte, dersich für die Herkunft und Geschichte dieser Stoffe interessiert.Das Wichtigste hat allerdings bereits Chauvin im 16. Jahrgangder Zeitschrift des Vereins für Volkskunde, Berlin 1906, S. 239bis 243 in einer Besprechung von Kúnos Türkischen Volks-märchen gegeben; auf das von ihm gesammelte Parallelen-material verweise ich nicht noch einmal. Ich selbst habe be-reits vor einem Vierteljahrhundert den damals bei uns nochgänzlich unbekannten Billur Köschk in einem Kolleg interpretiertund ihn 1900 im 1. Jahrgang von Keleti Szemle S. 328 und1901 in meiner Türkischen Volksliteratur S. 5 ff. behandelt.

Der Stil des Büchleins ist dürftig; nur selten zeigt sich dieKunst des Meddah wie S. 163 oben in dem hübsch wieder-gegebenen Gespräch des Prinzen mit der alten Frau. An Träumeerinnern die phantastischen Umwege, auf welchen die einfachstenZiele erreicht werden. Die Stoffe scheinen z. T. abendländischer Glossar ::: zum Glossareintrag  abendländischerHerkunft, aber arg zerfahren.

Das erste Märchen vom Kristallpalast enthält Züge aus demDornröschen- und Schneewittchenkreis, die ursprünglich identischwaren. Der Kamm Schneewittchens ist ja lediglich eine Variantedes Schlafdorns. Auch bei Schneewittchen handelt es sich um

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