Vorwort.
m letzten Teil meiner 1914-1918 währenden Verschickungbefand ich mich in Saratow, wo ich im Gegensatz zudem geistesabstumpfenden Leben in Tschorny Jar schondadurch einige Anregung hatte, daß eine Anzahl türkischerZivilinternierter und Gefangener dort untergebracht war,die man bei Ausbruch des Krieges zumeist von aufge-brachten türkischen Schiffen heruntergeholt, aller ihrerHabe beraubt und ins Innere von Rußland abgeschobenhatte. Dort bekümmerte man sich weiter nicht um sie,bot ihnen vor allem auch keinerlei Lebensunterhalt. Dasganze russische Internierungssystem lief ja darauf hin-aus, die feindlichen Staatsangehörigen nur an gewisseOrte zu verschieben, und sie dort durch mehr oder minderschikanöse Bestimmungen und Maßnahmen ständig in Atemzu halten, im übrigen aber sich um das Wohlergehen undden Unterhalt dieser Tausende von Menschen mit einerunleugbaren Großzügigkeit weiter nicht zu scheren.
Ein Glück für die türkischen Internierten war, daßdie nicht allzu große und nicht wohlhabende tatarischeKolonie von Saratow- meist kleine Händler und Trödler-sich ihrer Glaubensgenossen werktätig annahm, ihneneinen kleinen Raum bei der Moschee anwies und ihnen,besonders anfangs, auch sonst entgegenkam. Die arbeits-
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