Die Geschichte vom schönen Wasserträger.
Die
ie Erzähler der Geschichten und die Übermittler derGeschehnisse erzählen also: In alter Zeit hattenein Padischah und sein Wesir je eine Tochter. Währenddiese eines Tages zum Fenster heraus einander betrachtetenund sich grüßten, kam ein schöner Wasserverkäufer desWeges daher. Die Tochter des Padischah sagte:„ SchönerWasserhändler, schöner Wasserhändler! Ist die Tochterdes Wesirs schöner, oder bin ich schöner?" Da sagteder schöne Wasserhändler: ,, Meine Prinzessin, ihr seidbeide schön! Aber die Tochter des Wesirs ist doch nochweit schöner!" Damit ging er vorüber und fort.
Jetzt wurde die Tochter des Padischah zur Todfeindinder Tochter des Wesirs. Nach einiger Zeit wird dieTochter des Padischah krank und liegt zu Bette. DerPadischah läßt Ärzte und Chodschas( Besprecher) rufen,und sie untersuchen auch das Mädchen. Das Mädchengibt einem Arzte eine Handvoll Goldstücke in die Handund sagt: ,, Du sollst meinem Vater sagen: Bevor du dieTochter des Wesirs nicht abschlachtest und( S. 156) be-vor die Prinzessin nicht deren Blut getrunken hat, gibtes keine Rettung für sie."
Der Arzt kam auch geradeswegs vor den Padischahund sagte: ,, Mein Padischah! Bevor du nicht die Tochterdes Wesirs abschlachtest und die Prinzessin deren Bluttrinkt, wird letztere nicht genesen." Der Padischah gab
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