Chanov 25, 1581
Die Geschichte vom schönen Halwa- Händler.
Die
ie Erzähler der Geschichten und die Berichterstatterder Geschehnisse erzählen also: In alter Zeit hatteeine Frau auf der ganzen Welt nur einen einzigen teurenSohn und eine einzige Tochter, die sie beide niemals aufdie Straße hinausgehen ließ. Eines Tages hatten ihr Gatteund ihr Sohn die Absicht, nach Hedschaz zu gehen.Der Vater sagte:„ Aufgepakt! Ich habe dich und meineTochter dem Muezzin anvertraut. Wenn irgend etwasnötig sein sollte, so soll es der Muezzin immer raschbesorgen. Darauf nahmen sie feierlich Abschied vonein-ander und verziehen sich gegenseitig ihre Sünden. Dannbrachen Vater und Sohn auf und reisten nach Hedschaz.
Wir wollen nun zum Muezzin kommen. Währender eines Tages hinauf auf das Minaret gestiegen war undden Gebetsruf rezitierte, sah er, wie das ihm anvertrauteMädchen in ihrem Garten Wasser schleppte. Alsbald ver-liebte er sich in das Mädchen, und zwar dergestalt, daßer es nicht mehr aushalten konnte. Er ging also in seinHaus und ließ sich dort nieder. In jener Nacht noch lieker dann eine von den alten Nachbarsfrauen rufen undsagte zu ihr:„ Mutter! Nimm diese zehn Goldstücke! Ichwill von Dir dafür die Tochter des erwähnten Manneshaben, der nach dem Hedschaz gegangen ist." Die Frau
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