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1 (1923) Türkische Märchen : . 1 / Billur Köschk : 14 türk. Märchen, zum erstenmal nach d. beiden Stambuler Drucken d. Märchensammlg ins Deutsche übers
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Die Geschichte von der Schwarzen Schlange.

Die

ie Erzähler der Geschichten und die Übermittler derGeschehnisse und die Überlieferer der Lebensschick-sale erzählen also: In alter Zeit war einmal ein gerechterPadischah. Er hatte aber keine Kinder. Und da er selbstsehr alt war, rief er eines Tages seinen Wesir und sagte:, Mein Wesir, ich bin hochbetagt, und ich habe nicht eineinziges Kind auf der Welt. Wenn ich sterbe, wird meineKrone und mein Thron fremden Händen verbleiben."

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Da sagte der Wesir: ,, Mein Padischah, der Herr sollIhnen ein langes Leben verleihen! Darum sollen Sie keinBedauern empfinden. Morgen werden wir mit Ihnen zu-sammen uns verkleiden und uns aufmachen, um eine Reisezu unternehmen. Vielleicht treffen wir auf einen Mann,dessen Mund Segen spricht, und vielleicht schenkt dieHoheit des Herrn er ist erhaben! Ihnen noch einKind!"

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Der Padischah sah seinerseits diesen Vorschlag für an-nehmbar an( S. 161). Und am nächsten Tage verkleidetensie sich und gingen aus dem Palaste heraus, um sich aufdie Reise zu machen. Nachdem sie eine Weile vorwärtsgegangen waren, kamen sie an eine Quelle. Auf einmalsahen sie, daß von der Gegenseite her ein weißbärtiger,majestätisch aussehender, in einen weißen Mantel ge-kleideter Derwisch kommt. Dieser Derwisch erscheintganz plötzlich und sagt zu ihnen: Der Gruß sei auf euch,182