Resümee und Ausblick
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werden wissenschaftliche Leistungen zuweilen erst nach Jahren oderJahrzehnten als bedeutsam und weiterführend erkannt- dies zeigenetwa die Beispiele Wilhelm Heinrich Riehl, Maurice Halbwachs undNorbert Elias. Eine je subjektiv und historisch situativ bestimmteoder anerkannte Relevanz erscheint unter diesem Gesichtspunkt alszwar fragwürdiges, aber gleichwohl häufig bemühtes Kriterium zurEntscheidung von Themenwahl oder Forschungsförderung.5
Zur Frage der wissenschaftsinternen Relevanz wurde wäh-rend der Tagung kontrovers diskutiert, ob bestimmte Felder undZugänge in der Europäischen Ethnologie systematisch oder de factomarginalisiert werden- unter anderem ästhetische Themen( sieheden Beitrag von Kaspar Maase), die Institutionenforschung( imAnschluss an den Vortrag von Jonathan Roth), die disability studies( im Kontext des Beitrags von Cornelia Renggli), die Psychoanalyse( wie es Sarah Kleinmann und Merve Lühr in ihrem Vortrag vermute-ten) oder„ klassisch- volkskundliche" Themen wie das Stricken( siehedie Überlegungen von Lydia Arantes). Bei fast allen der diskutiertenThemen und Zugänge wurde schlussendlich festgestellt, dass dazudurchaus geforscht werde, wenn auch in deutlich unterschiedlichem
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Marion Schröder: Wissenschaftliches Arbeiten: Ethik, Inhalt& Formwissenschaftlicher Arbeiten, Handwerkszeug, Quellen, Projektma-nagement, Präsentation. Unter Mitwirkung von Petra Motte. Witten2011, S. 32 f.). Manchmal fungiert„ Relevanz“ auch nur als Synonym für„ Aktualität“.
Siehe die Kontroversen um Wilhelm Heinrich Riehls Forschungen undseine Bedeutung für die Volkskunde( Ingeborg Weber- Kellermann,Andreas C. Bimmer, Siegfried Becker: Einführung in die Volkskunde/Europäische Ethnologie: Eine Wissenschaftsgeschichte. 3. Auflage, Stutt-gart und Weimar 2003, S. 49-62), die Rezeptionsgeschichte von NorbertElias'( 1939) Schlüsselwerk„ Über den Prozess der Zivilisation"( KennethAnders: Die unvermeidliche Universalgeschichte: Studien über NorbertElias und das Teleologieproblem. Opladen 2000, S. 66), und die langeunbeachtet gebliebenen umfassenden soziologischen Arbeiten von Mau-rice Halbwachs( dazu Dietmar J. Wetzel: Maurice Halbwachs. Konstanz2009).
Dies zeigt auch die im Januar 2018 ausgeschriebene Preisfrage der Öster-reichischen Akademie der Wissenschaften„ Ist gesellschaftliche Relevanzvon Forschung bewertbar und wenn ja, wie?"( vgl. https: //www.oeaw.ac.at/oesterreichische-akademie-der-wissenschaften/die-oeaw/article/oeaw- schreibt- preisfrage- zur- gesellschaftlichen- bewertbarkeit- von- for-schung- aus- 1/( Zugriff: 22.7.2018)), deren Prämierung erst nach Druckle-gung dieses Bandes erfolgen wird.