Lydia Maria Arantes
Das Stricken als volkskundlich-
kulturanthropologischer
Forschungsgegenstand.Ein leidiges Thema
In diesem Beitrag versuche ich auf anschauliche Art und Weise dar-zulegen, wie sich eine gerade für junge Forschende zunächst nicht klarersichtliche fachliche Themenpolitik auf eine Dissertationsforschungauswirken mag. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, den erzähle-rischen, quasi- monologischen, teils sprunghaften Charakter des für denTagungsvortrag konzipierten Textes beizubehalten, um so den Flussund Strudel, in dem ich mich im Laufe der Forschung wiederfand, auchmittels Schreibstil besser vermitteln zu können. In meinen Ausführun-gen werde ich nicht nur meine theoretischen wie forschungspraktischenSchwierigkeiten mit dem von mir als gewissermaßen verschmähtwahrgenommenen Forschungsgegenstand Stricken behandeln, sondernauch meine Strategien aus diesem Dilemma heraus darlegen. Darüberhinaus möchte ich Überlegungen anstellen, worauf diese Abwehr mitHinblick auf das Vielnamenfach verweisen mag.
Zur Einstimmung- Mützen, Mützen, Mützen
Smartphonenotiz vom 21.3.2013, verfasst während und nachdem ichwie immer an der Grazer Wickenburggasse entlang am frühen Nach-mittag den Kinderwagen schiebend von der Universität nach Hausespazierte:
„ Mützen, überall nur mehr Mützen. Gehäkelte und gestrickte.Wo immer ich gehe, ich sehe nur noch Mützen. Sie radelnmir entgegen oder an mir vorbei, sie spazieren auf mich zuoder überholen mich auf meinem Weg, den ich momentan