Kaspar Maase
,, Volk und Kunst": ein Themades 18. Jahrhunderts als Gegen-stand ,, positiver Anthropologie"im 21. Jahrhundert?
Der Beitrag beschäftigt sich mit Stellung und Stellenwert desForschungsgegenstandes„ moderne kommerzielle Populärkultur"im Vielnamenfach. Der Autor situiert das Thema in einer längerenund durchaus ambivalenten Tradition von wissenschaftlicher undgesellschaftlicher Debatte, skizziert seinen eigenen Zugang und fragtnach Ursachen für die von ihm wahrgenommene relative Marginalitätästhetischer Perspektiven in der Post- Volkskunde. Mit der„ positivenAnthropologie" wird ein Ansatz vorgeschlagen, der vielleicht demBlick auf Schönheit und sinnlichen Genuss im Alltag die oft vermisste" gesellschaftliche Relevanz“ geben könnte.
Zu Beginn eine Klarstellung.„ Volk und Kunst“ ist ein Quellenbegriff,'die historische Bezeichnung für ein Beziehungsfeld. Im Anschluss anBrecht und Bausinger werde ich von„ Bevölkerung² und Kunst“ spre-chen. Dabei sollen Fragen der Themenpolitik in der EuropäischenEthnologie nicht systematisch, sondern exemplarisch und mit Blickauf„ kognitive Identitäten" ³ im Fach behandelt werden.
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So etwa Claus Grimm: Kunst und Volk im 17. Jahrhundert. In: WolfgangBrückner, Peter Blickle, Dieter Breuer( Hg.): Literatur und Volk im17. Jahrhundert. Probleme populärer Kultur in Deutschland, Teil 1. Wies-baden 1985, S. 341-371; URL: http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/volltexte/ 2016/ 4187( Zugriff: 3.9.2018). Für die Zwischenkriegszeitvgl. z. B. die österreichische sozialdemokratische Zeitschrift„ Kunst undVolk"; URL: http://litkult1920er.aau.at/?q=content/kunst-und-volk( Zugriff: 3.9.2018).
Hermann Bausinger: Volkskultur in der technischen Welt[ 1961]. Neuauf-lage Frankfurt a. M., New York 1986, S. 7.