Silke Göttsch- Elten
Vom Risiko, einVolkskundler zu sein!Profil und Profilierungin Zeiten der Exzellenz
In den letzten Jahren gibt es ein großes Interesse an den sogenanntenKleinen Fächern, das sich in Förderlinien, medialer Berichterstattungsowie Analysen z. B. von der DFG zeigt. Diese Aufmerksamkeit stehtin engem Zusammenhang mit der Neustrukturierung der Forschungs-landschaft, für die vor allem die Stichworte Exzellenzinitiative undÖkonomisierung der Universität stehen. Der Erfolg Kleiner Fächer,zu denen auch die Europäische Ethnologie gehört, so wird immer wiederbetont, hängt an ihrer gesellschaftlichen Sichtbarkeit und interdiszi-plinären Anschlussfähigkeit, d. h. ihrer Flexibilität in Bezug auf dieThemen der großen Forschungsverbünde. Der Beitrag fragt nachden Konsequenzen solcher Entwicklungen auf Themensetzungen undFachprofil, aber auch auf den Habitus von Fachvertreter_innen.
Der Titel meines Aufsatzes ist die Abwandlung eines Buchtitels desfinnlandschwedischen Autors Kjell Westö Vom Risiko, ein Skrakezu sein. Skrake ist der Familienname des Ich- Erzählers und dieGeschichte lässt sich auch als Analogie auf das Leben eines Volks-kundlers oder einer Volkskundlerin lesen. Der Roman erzählt iro-nisch die tragikomische Geschichte eines Scheiterns. 1952 anlässlichder Olympiade in Helsinki wird Coca- Cola auf dem finnischen Markteingeführt. Werner Skrake, der Vater des Ich- Erzählers, erhält denehrenvollen Auftrag, einen der ersten Coca- Cola- Wagen zu fahren.
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Kjell Westö: Vom Risiko, ein Skrake zu sein. München 2005( Finnlandschwedische Originalausgabe 2000).