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Mirko Uhlig
als die populärsten unter ihnen gelten – zumindest aus europäischergeisteswissenschaftlicher Perspektive. Vergröbert formuliert, galtdem französischen Philosophen Henri Bergson alles, was mit Komikim Allgemeinen und Lachen im Besonderen zu tun hat, als Aufleh-nung des menschlichen Geistes gegen ein repressives Umfeld, als einim Namen der Humanität zu befürwortender Kontrollverlust, derden Menschen aus verkrusteten, einengenden Strukturen herauslöseund ihn mit etwas Größerem vereine.9 Sigmund Freud hat unserBewusstsein dafür zu schärfen versucht, dass Witze uns irritierenund somit aufzurütteln vermögen, sie uns dadurch spielerisch neueReflexionsräume eröffneten, da im Prozess des Witz- Verstehensunterschiedliche semantische Ebenen zusammengesetzt würden unddiese Kombinatorik neue Einsichten sowie alternative Blickwinkelbefördere." 1
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Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Lachen aufexistierende Wertvorstellungen verweisen kann.„ Oft“, so formuliertes Henk Driessen,„ spiegelt Humor tiefere kulturelle Vorstellungenwider und bietet uns ein mächtiges Werkzeug zum Verständnis kul-turell geformter Denkweisen und Gefühle." 12
Das Lachen als menschliche Äußerung indiziert aber aucheine Kritik an bestehenden Normen, wie es der Philosoph Alfred
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Einen konzisen kulturhistorischen Überblick bietet Sabine Wienker-Piepho: Lachen. In: Enzyklopädie des Märchens. Handwörterbuch zurhistorischen und vergleichenden Erzählforschung, Bd. 8. hg. von RolfWilhelm Brednich. Berlin, New York 1996, Sp. 695-700. Zur Erwei-terung des hier gezwungenermaßen eingeschränkten Blicks vgl. exem-plarisch die Beiträge in Bremmer, Roodenburg( wie Anm. 5); LudwigD. Morenz: Kleine Archäologie des ägyptischen Humors. Ein kultur-geschichtlicher Testschnitt(= Bonner Ägyptologische Beiträge, 3). Berlin
2013.
Vgl. Henri Bergson: Das Lachen. Meisenheim am Glan 1948[ 1900].Vgl. Driessen( wie Anm. 5), S. 172; Markus Gabriel: Warum es die Weltnicht gibt. Berlin 2013, S. 231. Während Gabriel sich aus erkenntnistheo-retischer Perspektive mit Sigmund Freuds Witztheorie auseinandersetzt,enthält Driessens Aufsatz kritische Kommentare zu einschlägiger Litera-tur, mit der ich mich aus Platzgründen hier nicht weiter auseinanderset-zen kann.
Vgl. Sigmund Freud: Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten.Frankfurt a. M. 1963[ 1905c]. In der Gelotologie, der Lach- und Humor-forschung, wird für diese kognitive Leistung der Begriff der Bisoziationgenutzt.
Driessen( wie Anm. 5), S. 167.