la 64. Die Schatzhüterin auf Alt- Schleinitz
Auf der Burgstelle begegnete einmal im Jahre 1870 die Winzerin MariaSchpes, die dort in der Nähe wohnte, einer riesengroßen Schlange, die zweiSchlüssel im Maul hielt. Die arme Frau erschrak darüber so heftig, dafsie davonlief. Und sie hätte doch ihr Glück machen können!
65. Der verwunschene Ritter
Am Ostbachern stand einstmals ein stolzes Schloß, darin hauste einböser, unbarmherziger Ritter. Der ist freilich längst gestorben und vondem Schloß ist nur noch ein wüstes Gemäuer zu sehen. Dorthin kam einesTages ein Hirte. Neugierig schaute er um sich, da sah er mit einem Maleine dicke Schlange zu seinen Füßen liegen, die zu seinem Schreck zu redenanfing.„ Hättest du heute dein Gesicht mit dem Wasser dieser Quelle hiergewaschen, so hättest du mich erlösen können und der ganze Schatz desSchlosses wäre dein. Ich bin der verwunschene Herr dieses Schlosses. Zwei-hundert Jahre liege ich schon hier und muß die Schätze hüten, die ich zuLebzeiten geraubt und gestohlen habe. Nun muß ich wieder warten, biseiner kommt, der ebenso fromm und rein ist wie du und sich ohne vonmeinem Fluch zu wissen mit dem Wasser der Quelle gewaschen hat. Nochist der Baum nicht gewachsen, aus dessen Holz die Wiege für meinen Er-löser geschnitzt sein wird."
66. Die drei Schlangen
Einst hütete ein Hirtenbub beim Habakuk die Schweine. Da bemerkteer, daß eines der Tiere Tag für Tag durchging und erst abends wiederkam.Doch gerade dieses Schwein gedieh besonders gut. Der Bub hätte gern ge-wußt, was es damit für ein Bewandtnis habe und erzählte dem Bauerndavon. Der gab ihm den Rat, dem Schwein ein Säckchen mit Hirsepreinan den Schwanz zu binden. In das Säckchen solle er ein Loch schneiden,dann werde, wenn das Schwein wieder davonlaufe, der Prein auslaufen undder Bub brauche nur der Spur zu folgen.
Das führte der Halterbub auch getreulich aus, lief hinter dem Schweinher und kam schließlich in einen über und über schwarzen Hof, der imInnern mit Kukuruz ausgestreut war. ,, Siehst du", sagte er zu dem Schwein,,, nun weiß ich wohl, warum du so fett geworden bist!" Als er sich aberweiter umschaute, gewahrte er drei schwarze Schlangen, eine große und zweikleinere. Die große richtete sich auf und sprach den Buben an:„ Hör zu",sagte sie ,,, du kannst uns morgen alle drei erlösen. Du mußt aber so frühaufstehen, daß du schon vor Sonnenaufgang hier bist, darfst dich aber janicht waschen!" Das versprach der Bub.„ Gib mir deine Hand!" sagte dieSchlange noch und legte ihm einen schweren Geldklumpen hinein. Dasgefiel dem Halterbuben nicht wenig, und als er nun heimwärts ging, prägteer sich den Weg recht gut ein. Als er aber am Morgen erwachte, hatte erglücklich verschlafen. Das Morgenrot verblaßte schon, als er vors Haustrat. Er lief, was er nur laufen konnte. Es lag aber Morgentau auf denWiesen. Da rutschte er aus und fiel ins nasse Gras, daß ihm der Tau insGesicht spritzte. Und erst als er mit der Hand darüberwischte, fiel ihmdas Gebot, sich nicht zu waschen, ein. Was half's? Er lief trotzdem weiterund erreichte endlich den schwarzen Hof. Da kam ihm schon die dicke
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