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Bachern-Sagen : Volksüberlieferungen aus der alten Untersteiermark
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VIII. Räubergeschichten wollow load

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83. Grmada

Zur Zeit, als die Römerstraße noch über den Bachern führte", machtenRäuberhorden auch den Rücken des Gebirges unsicher und plünderten Fahr-zeuge, Säumer und Wanderer aus.

So erging es auch dem reichen Bauern Puschnik. Sein Hof stand aufeiner Wiese, die heute zum Besitz der Familie Hleb in Zmollnig am Nord-bachern gehört. Der Hof besteht längst nicht mehr, nur die Wiese führtheute noch den Flurnamen Pusche. Puschnik hatte öfters geschäftlich amSüdbachern zu tun und hatte sein Geld unterwegs immer in den Sattel-taschen seines Reitpferdes verwahrt. Bisher war er immer noch glücklichdurchgekommen. Die Räuber aber hatten es längst auf ihn abgesehen, undals sie ihn wieder einmal unterwegs wußten, spannten sie ein Seil querüber die Straße und legten sich in den Hinterhalt. Als Puschnik angerittenkam, erkannte er gleich die Gefahr und gab seinem Pferd die Sporen, umim Galopp das Seil zu durchbrechen. Er blieb aber doch in der Sperrehängen, die Räuber stürzten sich auf ihn, und als sie kein Geld bei ihmfanden, erschlugen sie ihn kurzerhand. Das Pferd ging ihnen durch underreichte unversehrt mit dem Geld in der Satteltasche den Hof. Die Leichedes Bauern ließen die Räuber am Straßenrand liegen. Nach altem Brauchlegten Vorübergehende Äste auf den Toten, bis er endlich ganz unter demReisighaufen vergraben lag. Eine solche Stätte nennen die Slovenen prigrmadu"( beim Asthaufen). Die Sitte wurde noch 1890 geübt, ist aber seit-her abgekommen.

Eine ähnliche Geschichte erzählt man vom Bauern Lamprecht, dessenEinödhof hoch droben nördlich des Klappenberges heute noch steht. Aucher blieb im Sperrseil hängen, sein Pferd flüchtete und kam wohlbehaltenmit dem Geld heim, der Bauer aber wurde von den Räubern verbrannt.Heute noch heißt diese Gegend Grmada", und die Bezeichnung wird auf,, Scheiterhaufen" gedeutet.

84. Kriutz und Potko

Kriutz und Potko hießen die beiden Räuberhauptleute, die vor mehrals hundert Jahren den Bachern unsicher machten. Sie waren überall undnirgends zu Hause; selbst St. Wolfgang wurde von ihnen ausgeplündert.Doch sollen sie nicht ohne Humor gewesen sein, zumal Potko, der für seineSchlauheit weithin berühmt war.

Eines Tages befand sich Potko in der Nähe von Missling am Südwest-fuße des Gebirges und fragte zum Zeitvertreib eine Bäuerin, die gerade desWeges kam: Kennst du den Räuberhauptmann Potko?" Darauf erwidertedie Bauersfrau: Gott sei dank, nein! Er ist ein so schlechter Mensch, daßman nur wünschen kann, er wäre tot!" Da packte Potko die Bäuerin undlegte sie, sie mochte sich sträuben, wie sie wollte, übers Knie, schlug ihr die

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