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Bachern-Sagen : Volksüberlieferungen aus der alten Untersteiermark
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a pabba 88. Der beinerne Brunnen

Einstmals wurden alle Räuber, die am Bachern ihr Unwesen getriebenhatten, dingfest gemacht und den Gerichten überstellt. Nur der Hauptmannist ihnen entgangen. Doch der war schon sehr alt, auch freute ihn das Lebenso allein nicht mehr recht, und er fing an, über alle seine Missetaten nach-zudenken und sie gereuten ihn alle. Wie er sie aber wieder gutmachensollte, das wußte er nicht. i 107 3ds abbalah 12 arreboy

So saß er einmal eines Morgens an einer Quelle auf einer Waldwiese.Da kam ein kleines Kindlein daher, das war weiß gekleidet wie ein Engel,In der Hand hielt es ein Krüglein. Es sprang unentwegt von einem Uferdes Baches zum anderen. Der Räuberhauptmann schaute ihm eine Weilezu, ehe er sich getraute, es anzureden. Du armes Kind", sagte er endlich,mußt dich so plagen und herumspringen; was wird sein, wenn du erst ein-mal groß bist?" Da antwortete das Kind: Ich darf nicht früher zum Herr-gott in den Himmel, bis ich mit meinem Krüglein Wasser vom beinernenBrunnen geschöpft habe." Da seufzte der Hauptmann., Hast du, Kind, schoneine so schwere Aufgabe zu lösen, was soll ich da erst tun, der ich so vieleMenschen beraubt und umgebracht habe?" Dabei fing er vor Reue zuweinen an. Und siehe da, das Kind sprang eilig herbei und ließ die ersteTräne von der Wange des Hauptmanns in sein Krüglein laufen. Gleichdarauf war es verschwunden. bu di mo ba issin

Da begriff der Räuberhauptmann, daß sein eigener Schädel der beinerneBrunnen gewesen war und daß er mit seinen reumütigen Tränen das armeSeelchen erlöst hatte. Er beschloß für seine eigenen Untaten Buße zu tun.Er nahm sein langes Mordmesser, ging quer durch den Wald, bis er denWeg zur Wallfahrtskirche Tschernagora erreicht hatte. Dort setzte er sichan den Straßenrand und bat jeden vorüberziehenden Wallfahrer, ihm zurSühne für seine Verbrechen ein Stück Fleisch aus seinem sündhaften Leibzu schneiden. Und weil den Pilgern der alte Mann leid tat, erfüllten sieihm diese Bitte und verhalfen ihm so zu einem gottseligen Tod. Er hatteseine Sünden verbüßt und seine Seele ging ins Himmelreich ein.

89. Der gestohlene Kreuzer

Am Bachern war ein Pohorze gestorben, und alle meinten, er wäreohne Sünde gewesen. Als er aber nun den Weg zum Himmel ging, rollteein Kreuzer vor ihm her, der wuchs und wuchs und war endlich so groß,daß er die Himmelstür verstellte und dem Bauern den Eingang verwehrte.Der Mann wußte nicht recht, was er tun sollte. Da rief eine Stimme: Dasist der Kreuzer, den du als Kind gestohlen hast! Dafür mußt du vorerstins Fegefeuer!" Da erinnerte sich der Mann, daß er wirklich einmal einenKreuzer entwendet hatte, kehrte betrübt um und tat, wie ihm geheißen.Doch schon nach kurzer Zeit hatte er seine Sünde abgebüßt und wurde inden Himmel eingelassen.

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