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Bachern-Sagen : Volksüberlieferungen aus der alten Untersteiermark
Entstehung
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EINLEITUNG

Die landeskundliche Beschreibung des Bacherngebietes setzte um dieMitte des vorigen Jahrhunderts ein. G. Mally¹) und R. Puff 2) ver-danken wir die ersten eingehenderen Betrachtungen über die Eigenheitendieser Waldlandschaft im deutsch- slowenischen Grenzgebiet, ihnen folgteJahrzehnte später C. Hiltl 3) mit seinem namentlich vom Standpunkt desForstmannes aus geschriebenen Buch über das Bacherngebirge.

Zur volkskundlichen Erschließung des Gebietes war bis zu jener Zeit,da der Verfasser selbst das Waldland durchwanderte, wenig geschehen.Wohl hatte Puff noch ganz im Sinne der vom Josephinismus und besondersvon Erzherzog Johann geförderten Landesaufnahme manche Züge des Volks-lebens in seine Beschreibungen aufgenommen, doch mußte es, wie er selbstbetont, bei einem kurzen Überblick bleiben 4). Auch die Abschnitte zurVolkskunde der Deutschen und der Slowenen im Band Steiermark desKronprinzenwerkes konnten kaum auf Einzelheiten eingehen 5).

So ist auch aus dem Erzählgut des Bacherngebietes zunächst nur Ein-zelnes festgehalten und recht verstreut, vielfach in der Tagespresse, ver-öffentlicht worden 6). Manche Sagenmotive wurden dabei zu epischen Novel-len verarbeitet, aus denen sich nur noch mit Mühe die eigentlich volkstüm-lichen Elemente herausschälen ließen, sofern sie nicht auch noch selbständigin der mündlichen Überlieferung vorhanden waren und neu aufgezeichnetwerden konnten. Aus der eigenen Sammeltätigkeit hat der Verfasser selbstim Jahre 1912 eine größere Anzahl von Sagen in geschlossenen Reihen vor-legen können, so in seinem Büchlein Sagenkreis der Poštela"), ferner eineSerie von Türken- und Franzosensagen 8). Von slowenischer Seite erschien1930 die umfassende Sammlung slowenischen Erzählgutes von Jakob Kele-mina), die z. T. vergleichsweise herangezogen werden konnte, außerdem1933 das kleine, populär gehaltene Bändchen von Josip Brinar Pohorske1) G. Mally, Die Hochebene des Bachergebirgs( Steiermärkische Zeitschrift,N. F. IV/ 2, 1837, S. 20-47); Das Bachergebirg. Orographische Skizze( ebda N. F. IX/ 1,1848, S. 78-136).

2) R. Puff, Das Bachergebirge in Steiermark( Carinthia XXVIII, 1838,S. 119-121; 123-125; 127-129; 137-138; 148-149)(= Briefe einesnes vaterländischenReisenden 10).ne noted rab

3) C. Hiltl, Das Bachergebirge. Klagenfurt 1893.

4) R. Puff, Sitten und Gebräuche der Bewohner des Pachern( Der Magnet,II, 1851, S. 265-266); Die Slowenen in Steiermark( Marburger Taschenbuch für Ge-schichte, Landes- und Sagenkunde der Steiermark, Bd. I, 1853, S. 3-117)( worin eralle damaligen slowenischen Quellen verarbeitet hat).

5) Vgl. die betreffenden Abschnitte in: Die Österreichisch- Ungarische Monarchiein Wort und Bild, lidnonsih 2919ids batidasdsgad

6) Vgl. Anm. 7 und 8.

7) Marburg 1912; 90 S.

8) P. Schlosser, Aus der Türken- und Franzosenzeit Marburgs und Umge-

bung( Zeitschrift d. Histor. Vereins f. Steiermark, Jg. X, 1912, S. 59-106).

9) J. Kelemina, Bajke in pripovedke slovenskega ljudstva. Cilli 1930.

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