nachlief und gerade über den Steg des Wassergrabens kam, hörte er seinenNamen rufen. Er schaute sich um, da sieht er einen Mann mit einer rotenKappe auf dem Kopf, der, einen großen Hund zur Seite, neben drei Bot-tichen voll Geld steht. ,, Komm her! Komm her!" flehte der fremde Mann.Der Bauer aber läuft voller Angst seinen Leuten nach. Als er ihnen vonseinem Erlebnis erzählte, gingen auch sie schneller weiter. Mit einem Malaber kamen ihnen Hasen entgegengelaufen, so viele, wie sie nie zuvor aufeinmal gesehen hatten. Es wurden mehr und immer mehr und drängtensich den Männern vor die Füße, daß sie stehenbleiben mußten, bis sich dieTiere wieder verlaufen hatten.
joy rate ata56. Die Schatzheber
Es war zu jener Zeit, als die Herrschaft Hausampacher noch eigeneGerichtsbarkeit und einen Schloßgeistlichen hatte. Damals grenzte, nur durcheinen Graben getrennt, ein Bauerngrund an, ein Stück Wald und eine Wiesemit einigem Gesträuch. Dort spuke es, sagte man, es müsse ein Schatzunter den Büschen vergraben liegen.
Ein Bursche wollte nicht recht daran glauben. Als er einmal an derunheimlichen Stelle vorbeiging, spottete er laut über die Geister und stießendlich ein übermütiges Hopodalalo" hervor, daß es im Gebirge nur sowiderhallte. Da schoß es mit einem Mal flammend aus dem Boden. DerBursche wußte nachher nicht mehr recht, wie es ausgesehen hatte, ein feu-riger Nebel wäre es gewesen, sagte er. Die Leute aber nahmen das als einZeichen, daß unter den Sträuchern der Wiese wirklich ein Schatz vergrabensei. Auch der Schloßkaplan pflichtete ihnen bei. Ein Schaffer und zweiWinzerburschen gingen daran, nach dem Schatz zu graben.„ Doch ja keinWort dabei reden!" riet ihnen der Kaplan. Die drei gruben gar nicht lang,da stießen sie schon auf die Schatztruhe. Mühsam schoben sie Holzprügeldarunter, banden Seile herum und legten sich tüchtig ins Zeug. Schon hattensie die Truhe bis knapp unter den Grubenrand gehoben ein Ruck noch!Da rief einer der Burschen:„ Jetzt haben wir ihn!" Doch da fiel der Schatzin die Grube zurück und verschwand für immer in der Tiefe.
57. Der Schatz des alten Holzfällers
Leopold Rutz, Holzmeister der Herrschaft Faal, berichtet:eno ,, Vorzeiten arbeitete ich mit meiner Rott an einem Schlag in der Veita,am halben Hang des Gomilarückens. Am Vorabend des Maria Raster Sonn-tags gingen alle Holzknechte ins Tal, um das große Fest in Rast zu begehen.Nur einer, der mein Freund war, blieb in der Veitahütte zurück. In derNacht wurde er plötzlich durch ein Klopfen an der Tür aus dem Schlafgeschreckt. Er war noch kaum wach geworden, als durch die versperrteTür ein Mann hereintrat, der wie ein uralter Holzfäller aussah. Er sprach:.Ich habe da vor hundert Jahren gearbeitet und bin hier verunglückt. Wenndu den Mut hast, mich zu erlösen, so laß in Maria Rast eine Messe fürmich lesen. Vergiß aber nicht, sie zu bezahlen. Zum Lohn schenke ich dirden Schatz, den du unter einem Felsstück so und soviel Klafter bergaufvon hier finden wirst. Meine Zeit ist um, ich muß gehen. Damit war derAlte verschwunden. Mein alter Vertrauter ging noch den gleichen Morgennach Maria Rast, bestellte und bezahlte die Messe. Auch den Felsen fander richtig. Er wollte ihn aber nicht gleich heben, weil er wie die Leute in
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