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Bachern-Sagen : Volksüberlieferungen aus der alten Untersteiermark
Entstehung
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36. Der Schwarze See am Bachern

Einstmals soll auf dem Boden des Schwarzen Sees das stattliche Gehöftder stolzen, herzlosen Frau Agnes gestanden haben, die über das ganzeGebirge gebot und Bergwerke und Glashütten ihr Eigen nannte. Ihr Sohnwar nicht weniger hochmütig als sie. Als einmal ein Wanderer im Gartenein paar Kirschen pflückte und an der Quelle seinen Durst stillen wollte,verjagte ihn der Knabe unter einer Flut von Schimpfwörtern, und als erdabei in eine Pfütze fiel, verklagte er den Alten noch bei der Mutter. FrauAgnes rieb vor den Augen des hungrigen Wanderers mit weißen Weizen-brot den Schmutz vom Gewand ihres Söhnleins, hatte aber kein Ohr für dieflehentlichen Bitten des Alten. Da verwünschte dieser sie und den Bubenund verschwand.

Bald darauf zogen von der Großen Koppe her schwere Wolken auf, einschweres Unwetter brach über das Gehöft herein, höher und höher stiegendie Fluten und verschlangen Haus und Hof, Garten und Feld. Immer nochsteht dort das dunkle Gewässer, in dem kein Fisch leben kann. Nur häßlicheUnken hausen darin.

37. Das gläserne Schloß

Auf der Hochfläche im Westbachern stand einst ein schimmerndes Schloßmit sieben Fenstern, ganz aus Glas. Darin hauste die Witwe Hudovolnja,was zu deutsch die Böswillige" bedeutet. Die gönnte keinem Bettler auchnur ein Stückchen Brot und verwehrte ihrer eigenen Tochter jeglichesLiebesglück. Das mochte der Jezernik, der nicht weit von dem Schloßwohnte, nicht mitansehen. Bei Nacht und Nebel verschlang ein furchtbaresUnwetter unter Blitz und Donner die gläserne Burg. Nichts blieb von dergleißenden Herrlichkeit, nur die sieben kleinen Seen unter den niedrigenLegföhren. Nicht ein Fisch kann in den trüben Moorwassern sein Lebenfristen.

38. Blinde Forellen

In einem anderen unterirdischen See gibt es übergroße blinde Forellen.Der Sage nach sollen solche von Zeit zu Zeit im sogenannten Brunnenwasserbeim Schloß Thurnisch nächst Pettau gefangen werden.

39. Der Bachernlindwurm

Vor langer Zeit trug einmal eine Frau aus Ober- Kötsch ihrem Gesindeeine Jause auf das Feld, das nahe der Türkenkapelle von Unter- Kötsch lag.Der Himmel war ganz klar. Mit einem Mal stürmte unter Blitz und Donnereine einzige Wetterwolke vom Bachern her in der Richtung auf Kötsch.,, Gehen wir in die Kapelle jausnen!" rief die Frau, als sie das Wetter heran-kommen sah und flüchtete mit ihren Leuten in das Gotteshaus.

Als das Gesinde nach Feierabend heimging, waren die Felder von Ober-kötsch zum großen Teil verwüstet, ja selbst tote Schweine und allerleiHausgerät hatte das Hochwasser des Rekabaches mitgerissen. Und dort, woheute das Georgskreuz steht, lag ein grausiger Lindwurm, der sechs( nachanderer Überlieferung sogar neun) Biefing lang war und zwei lange Flügelhatte. Hoch droben im Gebirge unterhalb von St. Heinrich war dasUngeheuer vom Gewitter und herabpolternden Felsen erschlagen und vonder wilden Reka zu Tal geschwemmt worden. Der Sage nach wurde um 1870zur Erinnerung an dieses Ereignis hier das St. Georgsbildstöckl errichtet.

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