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Bachern-Sagen : Volksüberlieferungen aus der alten Untersteiermark
Entstehung
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Da geschah es aber, daß die Frau die Gerste schnitt, als die Halme nochgrün und ohne Frucht waren. Das wollte die Mutter des Bauern nicht mit-ansehen und ließ ihm keine Ruhe mehr. ,, Was treibt denn deine Frau?" riefsie. Erst bringt sie die Kinder um und jetzt vernichtet sie die Ernte. Dasdarfst du nicht zulassen!" So lang redete die Mutter, bis der Sohn zu seinerFrau ging und sie zur Rede stellte. Die aber sagte:, Hast du nicht ver-sprochen, mir nichts abzuschlagen und mich immer gewähren zu lassen? Dochsollst du wissen, warum ich das alles getan habe: Das Mädchen wäre einefeile Dirne geworden und der Bub ein Dieb, und über die Gerste wäre nochvor dem Sommer ein Hagel gekommen, daß nicht einmal die Halme alsFutter übriggeblieben wären!"

Damit verschwand die Vila und kam nicht wieder, so oft der Bauer sieauch im Bachernwald suchte. Mit ihr waren auch alle anderen Vilen ver-schwunden, die vorher recht oft im Gebirge zu sehen gewesen waren.

28. Der Waldgeist hire os

Südöstlich von Windisch- Graz im Bereich des Popiedgrabens hat manihn öfters durch den Wald schweben sehen. Er war in grüne Schleier gehüllt.Sein Haupt war von rotgoldenem Haar umflossen; das leuchtete, als wärenes Sonnenstrahlen und lohende Flammen.

29. Jäger Russel und die Zwerge

Der Herr von Hausampacher erwartete einstmals Gäste und befahlseinem Jäger Russel, soviel Wild wie er schießen könne, in die Küche zuliefern. Also pürschte Russel fleißig umher, doch kam ihm gerade nichts vordie Flinte, was die herrschaftliche Küche hätte brauchen können. Endlichüberfiel ihn selbst der Hunger. Er machte ein kleines Feuer an und begann,ein paar der erlegten Bilche auf dem Spieß zu braten. Da kam ein kleinesgrünes Männlein daher, stellte sich vor den Jäger hin und fragte: Russel,Russel, gibst du mir was zu essen?" Russel aber war übel gelaunt. Ah,schau daß du weiterkommst!" brummte er. Doch der Kleine ließ sich nichtso leicht verjagen. Er fing einige Kröten, briet sie am Feuer des Jägers, undschüttete, als sie zu schmoren anfingen, immer etwas Krötenfett auf dieBilche des Jägers. Das wurde dem endlich zu bunt, er packte den Zwergbeim Kragen und prügelte ihn tüchtig. Wie er denn hieße, fragte der ihnunter Heulen und Schreien. Ich allein!" antwortete der Jäger.

Den Lärm hörten aber auch die andern Zwerge und kamen herbei, umzu sehen, was es gäbe. Wer ihm weh getan habe, fragten sie den weinendenGenossen. Ich allein!" antwortete der nur. Da lachten die anderen undmeinten: Ja, wenn du dir allein was antust, warum schreist du dann sosehr?" Damit waren sie allesamt verschwunden.

Dem Jäger Russel aber war von da an ein solches Weidmannsheilbeschieden, daß er dem Auftrage seines Herrn überreichlich genügen konnte.

ind orbab bu30. Jezernik, der Wassermann

das 19.

Einstmals, so heißt es, soll der Jezernik auf dem Kärntnerberg( slow.Plesivec= der kahle Ort) gehaust haben. Als aber dort die Wallfahrts-kirche zur hl. Ursula erbaut wurde, störte ihn das ausgelassene Gehabender Wallfahrer und das Glockengeläute, also nahm er seinen See auf undwanderte über Berg und Tal in eine stillere Gegend. Der Sattel zwischender Großen und der Kleinen Koppe am Bachern schien ihm gerade recht,

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