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Bachern-Sagen : Volksüberlieferungen aus der alten Untersteiermark
Entstehung
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er plötzlich einen schweren Schlag im Rücken. Ehe er recht wußte, wasgeschehen war, hatte sich die Wilde Jagd verzogen. Mühselig schleppte ersich heim nach Roßwein und hatte fortan arge Schmerzen im Rücken.

Als es gar nicht besser werden wollte, ging sein Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib zu einem Mann,der sich auf allerlei geheime Dinge verstand und fragte ihn um Rat. Derbesann sich nicht lang und sprach: Sage deinem Mann, er soll sich in einigerZeit zur selben Stunde an dieselbe Stelle legen. Das weitere wird sichfinden!"

Das tat der Jäger. Eben legte er sich zurecht, da hörte er auch schondie Wilde Jagd herantoben. Ganz deutlich hörte er eine Stimme: Aha! indiesen Baumstumpf hab ich damals die Hacke geschlagen!" Zugleich spürteer einen heftigen Ruck, als würde sein Körper in die Höhe gerissen.

Von da an waren die Schmerzen wie weggezaubert. Also muß der Jägervon Roßwein eine gute Weile die Hacke des Wilden Jägers mit sich herum-getragen haben.

23. Der Lohn des Wilden Jägers

Der Goriaksche Hof war der letzte und höchstgelegene in der GemeindeZmolnig am Nordbachern. Vom alten Goriak wurde erzählt, daß er sonntagsimmer jagen ging, anstatt in die Kirche zu kommen.

Man schrieb das Jahr 1760, als eines Abends der Sturm im Wald so wildheulte, daß der Goriak gleich wußte: Heut kommt der Wilde Jäger bei unsvorbei! Er ließ den Haushund los, der nach seiner Gewohnheit laut bellendum den Hof herumlief. Gegen Mitternacht wurde der Lärm draußen so arg,daß der Goriak das Fenster öffnete, um zu sehen, was es denn gäbe. Kaumaber war das Fenster offen, flog auch schon ein ganzer Menschenfuß mittenin die Stube herein und eine schauerliche Stimme rief: Hast mir geholfenjagen, da hast deinen Lohn!"

Das war selbst dem mutigen Goriak zu viel. Tags darauf lief er insTal hinunter zum Pfarrer von Maria Rast und fragte ihn um Rat. Der sagte:,, Mußt den Fuß fein sauber halten und wie ein kleines Kind hüten. DerWilde Jäger wird ihn sich schon holen kommen. Nur darf der Fuß bis dahinnicht stinkend werden, sonst zerreißt dich der Jäger!"

Der Goriak hielt sich daran, und richtig, nach einem Jahr zur selbenStunde kam der Wilde Jäger und nahm den Menschenfuß wieder mit.

24. Die Erlösung des Wilden Jägers

Ein Bursche aus Rotwein ging einst zu seiner Liebsten am Bachern.Beim Habakuk hörte er deutlich die Wilde Jagd mit Hundegebell undBüchsenknall über sich hinwegfegen. In seinem Übermut spottete er ihrnach. Da flog ihm plötzlich ein Menschenbein zu und vor ihm stand derWilde Jäger und sprach: Hast mir geholfen jagen, mußt mir nun helfennagen!" Der Bursche ließ sich nicht schrecken und fragte: Ja, was soll ichdenn mit dieser Keule!" Hast mir geholfen jagen, mußt mir auch helfennagen", wiederholte der Wilde Jäger und hockte sich zu dem Burschen,machte Feuer und fuhr fort: Sieben Jahre muß ich schon unentwegt jagenund hab noch niemals geschlafen. Laß mich nur jetzt ausschlafen. Zum Lohndarfst du alles Wild, das einstweilen kommt, mit meiner Büchse schießen."Dann schlief der Wilde Jäger ein. Hasen, Rehe und Hirsche jagten vorbei,

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