stopfte sich aber vorsichtshalber alle Taschen voll Schottersteine, um wenig-stens irgendeine Waffe zu haben. Wieder kam das Tosen näher, so nah, daftihm doch angst und bang wurde. Beim nächsten Schotterhaufen blieb erstehen, mit dem festen Vorsatz, nicht zu weichen ,,, und wenn ich den ganzenSchotterhaufen auf das Teufelszeug verschmeißen müsset".
Doch da war das Heulen schon vorüber. Komauer war gewiß, daß esdie Wilde Jagd gewesen sei; gesehen hat er nichts davon.
20. Kopp und der Nachtjäger
Vater Kopp will den Nachtjäger im Jahre 1900 in einer mondhellenWinternacht um elf Uhr eine halbe Stunde Weges unterhalb von St. Wolf-gang gesehen haben. Eine riesige Gestalt war es, nach Jägerart gekleidet,einen grünen Hut auf dem Kopf und den Stutzen über der Schulter, die mitklafterlangen Schritten über den Schnee schwebte. Ein schwarzer, zottigerHund umsprang ihn bald vorn, bald rückwärts. Kaum war die ErscheinungKopps Blicken entschwunden, ertönte ein Schuß gleich einem kräftigenPeitschenknall.
Kopps Anwesen lag am Bachern nahe der ehemaligen Marburger Hütte.Er war ein echter Waldläufer, der sich in solchen Dingen nicht leichttäuschen ließ. Er stand hinter einem mächtigen Baum und will es ganz genaubeobachtet haben. Tags darauf untersuchte er den Weg, den der Nachtjägergegangen war, konnte aber weder von ihm noch von dem Hund Spuren imSchnee finden.
21. Martschitsch und der Nachtjäger
Vater Martschitsch ist dem Nachtjäger zweimal begegnet. Das erste Malim Jahre 1827 in einer hellen Mondnacht nahe dem Drauufer gegenüber demSchloß Wildhaus. Eben schlug die Kirchenuhr halb zwölf, da hörte Mart-schitsch Hundegebell, heftiger Wind fegte mit einem Mal daher und es warso ein Lärm in der Luft, daß dem Martschitsch die Haare zu Berg standen.Verstört lief er heim.
Das zweite Mal geschah es im Jahre 1849 im Feistritzgraben, als VaterMartschitsch mit seinem Sohn nach einem Besuch beim Bauern Ozimzwischen elf und zwölf Uhr nachts auf dem Heimweg war. Sie hatten geradedie hohe Eiche an der Besitzgrenze des Ozim erreicht, da erhob sich einmächtiger Sturm. Martschitsch wußte: der Wilde Jäger kommt! und flüchtetemit dem Buben zur nahen Mühle. Waren sie unter der Dachtraufe hindurch,wußte er, so waren sie geborgen. Bis vier Uhr morgens tobte die WildeJagd ums Haus herum. Dann erst wurde es endlich still, daß der Vater mitseinem Kind nach Hause gehen konnte.
22. Der Wilde Jäger wirft die Hacke
Ein alter Jäger war vor Jahren bis spät abends am Bachern auf derPürsch gewesen und wollte sich gerade zum Heimgehen anschicken, als er inder Ferne einen Sturm brausen hörte, als wäre ein Gewitter im Anzug. Eswar jedoch kein Wölkchen am Himmel. Immer näher kam das Gebrause.Schon hörte er deutlich vielstimmiges Hundegebell und ein eigentümlichesPfeifen. Da wußte er gleich, daß die Wilde Jagd unterwegs war. Rasch warfer sich neben einem Baumstumpf zu Boden, um der Wilden Jagd den Wegnicht zu verstellen. Die Meute stürmte schon über ihn hinweg, da verspürte
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