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Bachern-Sagen : Volksüberlieferungen aus der alten Untersteiermark
Entstehung
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Eigen. Weil das Meransche Weingut früher dem Erzherzog Johann gehörthatte, nannte man den Wicherschen Besitz auch zum" oder beim Erz-herzog Johann". Wicher war ein frommer Mann, der sein Glück wohlzu schätzen wußte und sich jedesmal bekreuzigte, wenn die Glocken imDrautal zum Ave läuteten.

Eines Tages war Vater Wicher bei der Holzarbeit im Wald gewesen,hatte eben Feierabend gemacht und wanderte heimwärts. Da hörte erhinter sich Räderknarren und Peitschenknallen und wunderte sich, werda so spät noch unterwegs wäre. Er blieb stehen und riẞ die Augen weitauf. Was da angefahren kam, hatte er sein Lebtag noch nicht gesehen. Einschweres Ochsenfuhrwerk war es, darauf standen drei Bottiche, in denenes klirrte und klimperte, als wären sie voll Geld. Auf jedem Bottich abersaß ein schwarzer Hund, dem eine feurige Zunge weit aus dem Rachenhing. Nebenher ging ein wunderschönes, weißgekleidetes Mädchen mit einerPeitsche in der Hand. Greif den Wagen an", bat sie den Wicher im Vorbei-gehen, greif ihn doch an!" Der aber stand starr vor Schreck. Selbst alsdas Mädchen ein drittesmal bat: Greif doch zu, dann bin ich erlöst!" konnteer sich nicht rühren. Da verfinsterte sich das Gesicht des Mädchens, drohendhob es den rechten Arm und rief mit hohler Stimme: Du Unglücklicher!Nun muß ich weiterziehen, und erst im Herbst wird das Samenkorn fürden Baum fallen, aus dessen Holz die Wiege meines Erlösers gemacht wer-den wird. Weh dir, der du es nicht gewagt hast, mich zu erlösen! Von heutean wird dich das Glück verlassen. Verkauf dein Hab und Gut und ziehefort von hier!" Längst war das seltsame Gefährt verschwunden, als derWicher wieder zu sich kam. Traurig ging er heim.

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Der Fluch der Verwunschenen erfüllte sich bald. Das Vieh stand um,eine Miẞernte folgte der anderen. Der Wicher mußte seinen schönen Hofverkaufen. Mit einer kleinen Mühle versuchte er noch eine Weile sein Lebenzu fristen. Aber auch das miẞlang. Arm und verlassen ist er endlich ge-storben.

9. Der Tod als Begleiter

In alter Zeit, als es noch an allen Straßen die großen Einkehrgasthöfegab, wo die Reisenden die Pferde wechselten, ritt in einer hellen Mond-nacht ein Fuhrmann aus Roßwein mit seinen vier Vorspannpferden vonWindisch- Feistritz heimwärts nach Norden. Knapp hinter dem Markt nächstder Josefskirche war es ihm, als käme aus dem Schatten eines Hauses einedunkle Gestalt auf ihn zu. Das kam ihm gleich nicht geheuer vor, alsotrieb er die Pferde an. Nach einer Weile getraute er sich doch, nach rück-wärts zu schielen. Da ist ihm die Gestalt noch größer erschienen. Sie kamauch immer näher, lief schon knapp neben ihm. Und weit und breit keinHaus, er allein mit den Pferden auf der endlosen Landstraße! Bald stehtihm Angstschweiß auf der Stirn; er reitet, als ginge es ums Leben. Dochdas Gespenst weicht ihm nicht von der Seite. Endlich in der Ferne einDorf, Ober- Pulsgau. Die Pferde gehen dem Fuhrmann durch, in Windes-eile sprengt er durch den schlafenden Ort. Erst bei der Abzweigung nachKranichsfeld, beim Spitzwirt, bringt er die Pferde wieder in seine Gewalt.Im Gasthaus ist Licht. Schon will der Fuhrmann zur Einfahrt abbiegen,da sieht er seinen Begleiter wieder: riesengroß, schwarz wie die Nacht,ohne Kopf! Im gleichen Augenblick verschwindet es im Schatten des Wirts-hauses.

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