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Bachern-Sagen : Volksüberlieferungen aus der alten Untersteiermark
Entstehung
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denen manche, in wahrhaft idyllischer Lage von hohem kunsthistorischemWert sind.

In dieser Waldlandschaft lebt( so wenigstens noch vor 1914) ein eigen-artiges Volk. Derbe, untersetzte Gestalten, schweigsam, langsam im Denkenund in der Bewegung, aber grundehrlich und verläßlich. Zunächst wohl einwenig mißtrauisch gegenüber dem Fremden, sind diese Menschen doch gast-freundlich und zuvorkommend. Sie sind fromm und doch abergläubisch.Ungern versäumen sie den sonntägigen Gottesdienst, obwohl der Kirchen-besuch für den Bergbauern meist einen Tagesausflug bedeutet. Das sind diePohorzen, Bergslowenen besten Schlages.b

Sie haben alle Wesenszüge eines Grenzlandvolkes an sich, da ihr slawi-sches Erbe seit der deutschen Landnahme und im Lauf der Geschichte immerwieder von deutschen Kultureinflüssen mitgeformt wurde. Die zahlreichenHerrschaften im Lande waren deutsch, teils alte Adelsgeschlechter, teilsMinisteriale. Auch die Kirche hatte hier und im weiteren slowenischenRaume ausgedehnte Ländereien, so das Hochstift Salzburg, die Benediktinervon St. Paul und das Patriarchat Aquileja. Weltliche und geistliche Herr-schaften brachten deutsche Bauern und deutsche Beamte ins Land, und diePfarren wurden zunächst ausschließlich von deutschen Geistlichen betreut.Das ganze Mittelalter hindurch dauerte der Zuzug aus dem innerdeutschenRaume, aus Bayern, Oberfranken und dem Rheinland an. Auch bei derStiftung von Schwaighöfen in der Zeit vom 12. bis zum 15. Jahrhundertwurden vielfach Deutsche eingesetzt 15). Davon zeugen die deutschen Namenvieler Schwaighofbauern wie Swenntzer, Hornberger, Liepl( LipplPhilipp), Rupp( Ruppert), Grisolt, Marolt( Mayerhold) oder Kußmann.

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Im Zeitraum von 1520 bis 1772 tauchen in den alten Landgerichts- undBurgfriedsbeschreibungen 16) der Gegend zahlreiche deutsche Namen auf, sodie Personennamen Martin Saltzen, Clement Kremser, Sybalt Hainz( Kurz-form von Heinrich), Hans von Nägerl, Michell Schlamberger, Mennhart,Pongratz und Khaiser. Unter den Ortsnamen z. B. Hausenbach, Pirkach,Ostermann, Am Stain, Khirchbach, Schneitter, Schober, Warnegger undGratzer Sattl. Clausen nannte man das Durchbruchstal der Drau, 1772begegnet Ein puechwalt, so der Baumgart genannt", womit der Sattelzwischen der Großen und der Kleinen Koppe gemeint war, zuletzt sloweni-siert Pungrat" bezeichnet; ferner Ein schwarzwalt, so die Kugl genannt".Als von der Mitte des 18. Jahrhunderts an die Glasindustrie im Bachern-gebiet aufblühte 17), waren es wieder deutsche Menschen, Facharbeiter ausdem Sudetenland und aus Schlesien, die den Pohorzen einen neuen Blut-zuschuß brachten, so die Familien Autor, Blasi( Kurzform von Blasius),Ernst, Geilelmeier, Bangerl, Guffler, Kisslinger, König, Lanecker, Schaffner,Schmied, Schlautz, Schauberger, Tischler, Weber und Fassel. Auch Kärntnerwaren unter den Zuwanderern, so der Wilderer Kopp, der als sagenhaftesWesen in der Erinnerung des Volkes fort lebt. Unter Tiroler Einwanderern

15) A. Gstirner, Die Schwaighöfe im ehemaligen Herzogtume Steiermark( Zeitschrift d. Hist. Vereins f. Steiermark, Bd. XXXI, 1937, S. 1-86).

16) Vgl. Anton Mell- Hans Pirchegger, Steirische Gerichtsbeschreibun-gen. Graz 1914(= Quellen zur Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte derSteiermark I).

17) P. Schlosser. Die Glasindustrie des Bacherngebirges( Blätter f. Heimat-kunde, Jg. 3, Graz 1925, S. 78-79; 92-95).

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