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Bachern-Sagen : Volksüberlieferungen aus der alten Untersteiermark
Entstehung
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Bedeutung sind, eingeführt werden. Dies soll auch die beigegebene Karteerleichtern, der alles erreichbare kartographische Material zugrunde liegt 12).

Die Anordnung der Erzählungen erfolgte nach ihren Motiven ähnlichanderen neueren Sammlungen, vom Gespenster- und Totenglauben aus-gehend über die speziell natur- und landschaftsverbundenen Sagen, überZauber-, Hexen- und Teufelssagen zu den Erzählungen historischen Ge-präges. Diesen wurden einige wenige Legenden und eine Auswahl von Mär-chen und Schwänken angefügt. Freilich überschneiden sich einzelne Grup-pen. So hätten etwa die Geschichten vom geprellten Teufel auch unter dieSchwänke gereiht werden können, doch sollte das vielfältige Vorstellungs-bild vom bösen, gefürchteten und vom dummen, genarrten Teufel geschlossengewahrt bleiben, weshalb nur die Teufelsgeschichten mit ausgesprochenmärchenhaften Zügen zur letzten Gruppe gefügt wurden. Von den Natur-sagen wurden vor allem die Sagenkreise um Seen und Hochmoore alsbesonders charakteristisch vollständig wiedergegeben. Nicht angeführt wur-den die vielen Belege über die Römerstraße am Bachern, die sich meist inkurzen Hinweisen erschöpfen und auch schon an anderer Stelle behandeltwurden ¹³).

Dem vorgelegten Erzählgut wurde ein Quellennachweis angefügt, undzwar ein Verzeichnis der Gewährsleute und der wenigen literarischen Quel-len, ferner ein kurzer Kommentar zu den einzelnen Erzählungen mit denwichtigsten Literaturhinweisen, denen vor allem das Handwörterbuch desdeutschen Aberglaubens und die Anmerkungen zu den Kinder- und Haus-märchen der Brüder Grimm von Bolte und Polivka 14) als den immer nochbedeutendsten Handbüchern der vergleichenden Volksglaubens- und Erzähl-forschung zugrunde gelegt wurden. Zur Vergleichung einzelner Motivewurden vor allem die Sagensammlungen der umliegenden Landschaften,also zunächst die steirischen und kärntnerischen Sammlungen und die derdeutschen Alpenländer benützt, ferner einige der älteren und umfangreich-sten aus dem übrigen deutschen Sprachgebiet. Freilich ohne Anspruch aufVollständigkeit. Es sollte damit nur dem spezieller interessierten Leser derWeg in die unabsehbar große Literatur der Volkserzählung gewiesen wer-den. Slowenische Sammlungen und die neueren Arbeiten der slowenischenForschung konnten nur in beschränktem Maß herangezogen werden. Vondort her dürfen wir wohl in der so notwendigen Zusammenarbeit über dieGrenzen hinweg noch manche wertvolle Erzählung erwarten, vor allem imHinblick auf die Probleme des gegenseitigen Gebens und Nehmens zwischenden beiden nebeneinander lebenden Völkern dieser Grenzlandschaft. Vielesdavon hat ja die oben genannte Arbeit von Kretzenbacher schon vorweg-

genommen.

Zum allgemeinen Charakter dieses Sagengutes muß festgestellt werden,daß es sich um einen verhältnismäßig späten Bestand der mündlichen Über-lieferung handelt. Viele Motive sind schon recht undeutlich wiedergegeben

12) Diese war meiner Veröffentlichung: Das Bacherngebirge in Steiermark( Urania, Jg. VI, 1913, Nr. 31, 505-510; 6 Abb. Nr. 32, 527-531; 5 Abb.) beigegeben.13) P. Schlosser, Beiträge zur historischen Geographie des Bacherngebirges( Deutsche Rundschau für Geographie, Jg. 1912/13, Heft 5, 10, 12); Der Rennweg"des Bachern( Das Mareille. Organ des Rennsteigvereines Thüringen, Jg. 1939,Heft 3); Der Römerweg" des Bachern( Marburger Zeitung, Jg. 1940, Nr. 22 und 27).14) Vgl. das Literaturverzeichnis zu den Anmerkungen unten S. 73.