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Bachern-Sagen : Volksüberlieferungen aus der alten Untersteiermark
Entstehung
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schaften des oberösterreichischen Mühlviertels wie der niederösterreichischenWald- und Weinviertel sind vielfach zu kurz gekommen, und ihr Grenz-gebiet wie ihr Vor- und Verbindungsland in den Nachbarstaat hinüber istlange Zeitstrecken hindurch fast überhaupt nicht erforschbar. Da hat unsereZeit furchtbare Runen eingekerbt. Immerhin haben wir den sehr wesent-lichen Verständigungsband von Anton Schultes über Die Nachbarschaftder Deutschen und Slawen an der March" herausgebracht), ein Buch, dastatsächlich diesseits wie jenseits der March sehr aufmerksam gelesen werdensollte und auch schon gelesen wurde. Man möchte hoffen, daß aus diesen undhoffentlich weiterhin folgenden Arbeiten endlich wenigstens ein gewissesVerständnis für diese Grenzbezirke hüben und drüben erwachse.

Im gleichen Sinn stehen die Veröffentlichungen" für Arbeiten an allenunseren Grenzen offen, besonders für jene selbstverständlich, die in deneinzelnen Ländern nicht geleistet werden oder nicht geleistet werden können.Sie stehen aber auch für jene Arbeiten offen. die sich mit Gebieten außer-halb der heutigen Grenzen beschäftigen, und die dabei die alte Verbunden-heit dieser Landschaften mit der alten größeren Heimat zeigen. Das giltalso beispielsweise für die Untersteiermark: Sosehr wir die wissenschaft-lichen Verbindungen mit den Kollegen in Agram und Laibach begrüßen,so wollen wir doch auch aussprechen, daß wir diese Form der Erinnerungan den größeren Hintergrund" durchaus selbst betreuen wollen. Die Gren-zen von 1918 sind sehr miẞgünstig gezogen worden, sehr verständnislos fürdas damals neu zu schaffende Österreich. Die seit damals nicht verstum-mende Debatte über Südtirol zeigt, daß sich die Öffentlichkeit dieser Tat-sache dauernd bewußt bleibt. Die Debatten über die Nordgrenze Nieder-österreichs, über das Ostburgenland, über die Untersteiermark und die vonKärnten abgetrennten Gebiete werden vielleicht etwas leiser geführt. Siewiederholen aber doch immer das Grundprinzip: Daß aus Willkür niemalsRecht werden kann. Man wird sich heute mit diesen Verhältnissen sicherlichanders auseinandersetzen als vor fünfzehn oder vor fünfundvierzig Jahren.Die Gewaltlösungen während der Besatzungszeit Österreichs und währenddes letzten Krieges haben gezeigt, wie es nicht gemacht werden darf, undwelch schreckliches Unheil aus diesen Versuchen entstanden ist. Diese Ge-waltlösungen haben zweifellos auch viele Jahre hindurch so manchen wissen-schaftlichen Einrichtungen den Mut und die Möglichkeit genommen, sich mitdiesen Fragen zu beschäftigen. Aber die Probleme sind geblieben, und wirhaben immer versucht, zu zeigen, daß man zumindest vom Standpunktunserer Einrichtungen darüber arbeiten und publizieren könne. So habenwir in unserer Zeitschrift Leopold Kretzenbacher mit seiner Arbeitüber die barocken Wallfahrtsspiele zu Maria Rast in Untersteiermark 1951zu Wort kommen lassen 8), und so haben wir auch Paul Schlosser imgleichen Jahr die Möglichkeit zu seiner Veröffentlichung der LembergerStreiche" gegeben 9). Seither hat die slowenische Forschung diese Themen

7) Anton Schultes, Die Nachbarschaft der Deutschen und Slawen an derMarch. Kulturelle und wirtschaftliche Wechselbeziehungen im nordöstlichen Nieder-österreich(= Veröffentlichungen Bd. IV). Wien 1954.

8) Leopold Kretzenbacher, Barocke Wallfahrtsspiele zu Maria Rast inUntersteiermark( Österreichische Zeitschrift für Volkskunde, N. S. Bd. V, Wien 1951,S. 103ff.).

9) Paul Schlosser, Lemberger Streiche. Ein altsteirisches Lalenbüchlein( Österreichische Zeitschrift für Volkskunde, N. S. Bd. V, Wien 1951, S. 157 ff.).

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