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Peregrinatio neohellenika : Wallfahrtswanderungen im heutigen Griechenland und in Unteritalien
Entstehung
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gefahren wären, daß wir von dem großen Ruhm des Heiligen schon so oftgehört hätten und ihm die schuldige Verehrung zu erweisen gedächten. Dasmachte offenbar so großen Eindruck, daß sich der Igoumenos entschloß, un-serem Wunsche zu willfahren. Jedenfalls nahmen die Geistlichen die Sachesehr ernst, und als wir uns pünktlich um 5 Uhr einfanden, bekleideten siesich zuerst mit ihren festlich schwarzen Talaren und Presbyter und Diakonzogen die liturgischen Gewänder darüber. Unseretwegen wurde ein richtigerGottesdienst veranstaltet und die Priester öffneten unter feierlichem Gebetund Segnungen den Sarg. Das außerordentliche Ereignis hatte sich vorher imOrte herumgesprochen und einige Leute hatten sich zu der Zeremonie ein-gefunden. In dem großen Sarkophag befindet sich ein zweiter Schrein, dessenvordere, dem Publikum zugewandte Längsseite mit einer Glasplatte verschlos-sen ist, von welcher ein kleines Stück im oberen Drittel geöffnet werden kann.In dem offenen Sarge lag waagrecht die bekleidete Leiche des Heiligen, Händeund Kopf waren stark mumifiziert. Ehrerbietig näherten wir uns alle derReihe nach dem offenen Sarge und küßten die Hände des Heiligen. Dannsprach der Igoumenos ein Bittgebet, in welchem unsere Namen besonders ge-nannt wurden. Nach der Andacht erhielten wir Gelegenheit, den Leib desHeiligen zu photographieren und später auch die Handreliquie. Nach demGottesdienst lud uns der Igoumenos zu einer Jause in das Kloster ein und nachderselben gingen wir nochmals in die Kirche zurück, wo an der linken Seiteder Ikonostasis ein silberbeschlagenes Ikon hängt, das den heiligen Dionysiosdarstellt und in den umrahmenden Feldern seine Legende wiedergibt. Vorherhatte uns der Igoumenos, der die Würde eines Archimandriten bekleidet, zumAbschied noch jenes Bittgebet abgeschrieben, verschiedene Phylachta beige-fügt und alles das in einen Briefumschlag eingeschlossen, auf den er unsereNamen schrieb und das er im ganzen wiederum als Phylachto bezeichnete.Ein anderer Mönch führte uns dann zum Schrank, in welchem silberne undwächserne Votivgaben verwahrt wurden. Die silbernen Tammata sehen nichtanders aus als überall in Griechenland, die wächsernen jedoch bilden eineBesonderheit von Zakynthos und werden bei zwei Wachsziehern, Zanoulisund Dragonas, hergestellt. Man gießt sie aus gipsernen Halbmodeln; sie stellensolcherart halbplastische Relief- Figuren dar. Es gibt Männer und Frauen,Wickelkinder, Arme, Beine, Augen, Ohren, Brüste, Köpfe sowie Pferde- undRinderfiguren. Die menschlichen Figuren sind fast 30 cm hoch, die Tier-figuren etwa 20 cm lang und ziemlich primitiv Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiv. Die Männer sind nackt, dieFrauen durch angedeutete kleine, von den Hüften bis zu den Knien reichendeRöcklein gekennzeichnet.

Die Wachsvotive, die man sonst nirgendwo in Griechenland kennt, sindzweifellos aus dem Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum der römisch- katholischen Kirche übernommenworden, die ja zur Zeit der Venezianer- Herrschaft auf den Ionischen Inselneine weit größere Rolle spielte als heute. Es ist anzunehmen, daß es dieseVotive früher auch auf den übrigen Ionischen Inseln gegeben hat, doch sind

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