IV
Die Inseln des Dodekanes.
Da wir gerade dabei waren, die Rückwirkungen der Konfessionszugehörig-keit auf den Wallfahrtsbrauch darzustellen, wollen wir auch gleich die dies-bezüglichen Verhältnisse in den von den Mohammedanern Glossar ::: zum Glossareintrag Mohammedanern bewohnten Gebiets-teilen behandeln. Nach dem großen Bevölkerungsaustausch von 1922, wo dieletzten Türken das Land verlassen mußten, besitzt heute nur noch der Dode-kanes, und hier vor allem Rhodos, einen stärkeren mohammedanischen Glossar ::: zum Glossareintrag mohammedanischen Volks-anteil. Die genannte Inselgruppe fiel ja erst 1948 an Griechenland, nachdemsie von 1912 an unter italienischer Herrschaft gestanden hatte, die jedoch demIslam in ihrem Herrschaftsgebiete keine Schwierigkeiten machte. Obwohl imLaufe der Jahrhunderte die auf dem Dodekanes wohnenden Türken viel grie-chisches Blut in sich aufnahmen, so besteht dennoch bis zum heutigen Tagezwischen den christlichen und mohammedanischen Glossar ::: zum Glossareintrag mohammedanischen Bewohnern auf Rhodosnicht nur ein konfessioneller, sondern auch ein völkischer Unterschied. Erstseit der griechischen Besitznahme ist der Islam stark im Rückgang begriffen.Das hängt vor allem damit zusammen, daß Griechenland auch die Moham-medaner Glossar ::: zum Glossareintrag medaner zum Wehrdienst einberuft, weswegen es die jungen Leute vorziehen,auszuwandern, sobald sie ins wehrfähige Alter kommen. Im übrigen ist jagerade für Griechenland der enge Konnex von Nationalismus und Orthodoxiebezeichnend, wodurch eo ipso die Ausbreitung der orthodoxen Kirche vonstaatswegen weitestgehend unterstützt wird. Der Islam ist dort also auf denAussterbe- Etat gesetzt.
Heute wohnen in der Altstadt von Rhodos und auf dem umgebendenLande nur mehr etwa 3000 Mohammedaner Glossar ::: zum Glossareintrag Mohammedaner, vorwiegend ältere Leute. Auchvon den zahlreichen Moscheen sind nur mehr wenige in Benützung. Immer-hin besitzen die Mohammedaner Glossar ::: zum Glossareintrag Mohammedaner von Rhodos noch einen Mufti als religiösesOberhaupt und auch eine richtige Wallfahrt, die am Nordrande der Stadtinmitten eines ganzen religiösen Bezirkes, wenn wir den Ausdruck gebrauchendürfen, liegt. Am Rande eines ausgedehnten türkischen Friedhofes erheben sicheine kleine Moschee und ein größerer Wohnkomplex. In der Nähe der Moscheeliegt in einer Grabkapelle ein berühmter türkischer Heiliger in einem holz-überkleideten Steinsarkophag.„ Ein alter Mohammedaner Glossar ::: zum Glossareintrag Mohammedaner, der in einem deranliegenden Gebäude wohnte, erschien und öffnete uns zunächst die versperrteMoschee. In Blick und Bewegungen lag die abgeklärte Ruhe des echten Mus-lims und seine sehr wissenden Augen schienen dem Besucher bis in die inner-sten Wesensfalten blicken zu können. Ich hielt ihn für den Hodscha; es stelltesich jedoch heraus, daß er das religiöse Oberhaupt aller Türken des Dodekanes
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