gen und Herzen; ferner Platten, auf denen mehrere Personen zugleich darge-stellt sind. Seltener votierte Haustiere, wie Hunde und Geflügel, und schließ-lich Schlüssel und Scheren, deren Bedeutung wir nicht einwandfrei klärenkonnten. Bei letzteren wurde uns einmal gesagt, daß sie gewissermaßen alsZeichen für den Begriff des Werkzeuges schlechthin stünden und daher eineOpfergabe von verschiedenen Gewerbetreibenden, besonders Handwerkern,darstellen würden. Bei ersteren scheint es sich analog dem Schweizer Brauch-tum Glossar ::: zum Glossareintrag tum um eine Opfergabe der Frauen zu handeln, gegen Unfruchtbarkeit undfür Kindersegen dargebracht. Der Schlüssel soll dann zeichenhaft alles Ver-schlossene aufsperren. Was die handgefertigten menschlichen Figuren betrifft,so paßt die von Eckert und Formozis gegebene Beschreibung für ganz Grie-chenland.„ Zur Verdeutlichung des Ganzen werden außerdem Details, wie dieKleidung, der Schmuck oder die Gesichtszüge der Votivfiguren, in punktiertenLinien angegeben. Mit Vorliebe schmückt man die Weihegaben außerdem miteinem punktierten Kreuz oder einer punktierten Linie, die den ganzen Randumsäumt 32)." Hinzu kommt, daß jene Figuren des öfteren die antike Ad-orantenstellung mit geöffneten, erhobenen Armen zeigen, welche sichüber den Umweg der liturgischen Sitte bis zur Gegenwart erhalten hat.Viele der handgefertigten Opfergaben sind übrigens nicht geprägt, sondernin einer primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag primitiven Ritztechnik ausgeführt. Auf weitere Einzelheiten kom-men wir bei Besprechung der einzelnen Fundorte zurück. Größere, in Silbergeprägte Tafeln mit Darstellung des speziellen Verlöbnisgrundes, welche sichihrem Ausdrucksgehalt nach bereits stark dem Begriff des römisch- katholischenVotivbildes nähern, konnten wir auf Tinos entdecken( siehe dort). Vollplasti-sche menschliche Votivfiguren findet man äußerst selten, doch kommen siegelegentlich vor. Unsere Abbildung zeigt die Figur eines in dieser Manier her-gestellten Knaben( Abb. 6 links außen). Eine Ausnahme in dieser Hinsichtmacht abermals Tinos, wo auch Schiffe und Häuser in vollplastischer Formanzutreffen sind( siehe dort); ersteren begegneten wir auch an einigen wenigenanderen Orten, wie z. B. bei St. Spiridion auf Korfu.
Es ist am Platze, bei dieser Gelegenheit einiges über Gebetsgebärden, wiesie uns bei den menschlichen Votivfiguren begegnen, einzuschalten. Bei denmeisten Tammata liegt die eine Hand auf der Brust, während die anderein unbestimmter Haltung herabhängt oder eine Kerze bzw. ein Kreuz hält.Weise und Otto 33) bezeichnen jene Haltung, wobei die eine Hand vor derBrust liegt, als Beteuerungsgestus und führen hiezu aus, daß derselbe schon inder frühchristlichen Kunst, darüber hinaus aber auch in der antiken Plastik,im alten Orient Glossar ::: zum Glossareintrag Orient und in Ägypten vorkomme.
Diese Haltung entspricht derjenigen vieler italienischer Votivfiguren imBereich des römisch- katholischen Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtums, welche die Geste ebenfalls ausder Antike übernommen haben, worauf in der Abhandlung über Votive undWeihegaben des italienischen Volkes hingewiesen wurde 34). Die klassische, antik-griechische Gebetsgebärde, die in einer Ausbreitung und Erhebung der Arme
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