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Studien zum griechischen Volkslied
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Kapitel 12

25 JAHRE FORSCHUNG ZUM

GRIECHISCHEN VOLKSLIED

Die Jahre kurz vor und nach 1970 stellen für die griechische Liedforschungeine Trendwende dar, deren Hauptcharakteristika in der massiven Beteili-gung nichtgriechischer Forscher an der griechischen Volksliedforschungsowie in der Anwendung neuer Methoden besteht. Zugleich kommen dieletzten großen Liedmonographien zum Abschluß: 1968 legt die AkademieAthen den dritten Band ihrer Volksliededition vor, der der Musik gewidmetist¹-, auf den ersten Band 1962, der das Akriten- und Kleftenlied sowie dashistorische Volkslied umfaßte², ist kein zweiter gefolgt( er sollte die übrigenLiedgattungen umfassen, für die es aber charakteristische Kategorisierungs-und Erforschungsprobleme gibt), 1971 ediert Georgios Megas seine umfas-sende Studie zur Ballade von der Arta- Brücke( mit 333 Varianten) ³, diedeutsche Version folgt 19764, 1972 bringt Georgios Spyridakis den viertenBand seines Lehrbehelfs zur Griechischen Laographie heraus, der eineÜbersicht über alle Gattungen des griechischen Volksliedes gibt( 377 S.) 5.1968 hat der gleiche Forscher in deutscher Sprache eine Übersicht über diegriechische Volksliedforschung vorgelegt.

Damit scheint ein Zweig der traditionellen griechischen Liedforschungabgeschlossen zu sein. 1968 hat Guy Saunier seine Pariser Dissertation zuden Hochzeitslamentationen vorgelegt, die im Sinne der Familiensoziologie,der Analyse von Werten und Normen neue Wege geht', 1972 legt der gleicheForscher seine suggestive Studie zum Motiv des Kampfes mit Charos in dengriechischen Heldenliedern vor, in der Saunier bereits seine ,, philologische"Methode der Lieduntersuchung ausgearbeitet hat. Sehr viele ausländische

1 Ελληνικά Δημοτικά Τραγούδια. Bd. 3. Athen 1968.

2 Ελληνικά Δημοτικά Τραγούδια. Bd. 1. Athen 1962.

3 G. A. Megas, Το τραγούδι του γεφυριού της' Αρτας. Συγκριτική μελέτη. Laographia27( 1971) S. 27-212.

4 G. A. Megas, Die Ballade von der Arta- Brücke. Eine vergleichende Untersuchung.Thessaloniki 1976( Institute for Balkan Studies 150).

5 G. K. Spyridakis, Ελληνική Λαογραφία( Λαϊκός πολιτισμός των νεωτέρων Ελλήνων).Heft 4. Anμоτɩкń лоínσiç. Athen 1972( masch.). Charakteristisch für die traditionelleInteressenslage ist das Vorherrschen der Beschäftigung mit dem historischen Lied: S. 54-108 Akritenlieder, S. 109-152 Kleftenlied, S. 153-188 die übrigen historischen Lieder;es folgen S. 193-233 Balladen, S. 234- 263 religiöse Lieder, auf wenigen Seiten dannKinderlieder, Liebeslieder, Hochzeitslieder, Arbeitslieder, didaktische, satirische, Auswan-derungs- und Klagelieder.

6 G. Spyridakis, Volksliedforschung in Griechenland. Jahrbuch für Volksliedforschung 13( 1968) S. 181- 192.

7 G. Saunier, Les chansons de noces à thèmes funèbres. Recherches sur la famille et la sociétégrecque. Paris 1968( masch.).

8 G. Saunier, Le combat avec Charos dans les chansons populaires grecques. Formes originelleset formes dérivées. Étude thématique. Еλληviкá 25( 1972) S. 119-152 und 335- 370.

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