VORWORT
Die vorliegende Ausgabe vereinigt zwölf Studien zum griechischen Volks-lied. Bei Kapitel 8 bis 12 handelt es sich um bisher unveröffentlichteArbeiten, Kapitel 1 bis 7 bringen bereits gelegentlich an abgelegener Stelleoder zum Teil in anderer Sprache veröffentlichte Studien, alle mehr oderminder stark überarbeitet, unter Ergänzung neuerer Bibliographie und derletzten Ergebnisse der einschlägigen Forschung, von denen eine Reihe ausder mehrfachen aktiven Teilnahme an der ,, Kommission für Volksdichtung"der ,, Société Internationale d'Ethnologie et de Folklore" hervorgegangen ist,für die der Verfasser 1986 in Kolympari auf Kreta eine eigene Arbeitstagungorganisieren durfte. Über die Herkunft und Zusammensetzung der einzelnenKapitel gibt der ,, Quellennachweis" am Schluß des Bandes detailliert Aus-kunft. Die Thematiken sind im allgemeinen griechenlandzentriert, habenjedoch mehrfach auch balkanisch- übergreifenden Charakter. Auch behan-deln sie nicht immer nur das Volkslied, sondern gehen fallweise mehr oderweniger systematisch auf Brauch- und Handlungskontexte, Heortologie,Sänger, Singsituationen und anderes mehr ein, da wo es notwendig ist, auchauf Philologie, Geschichte, Soziologie, Theologie, Anthropologie usw. DieEinzelkapitel sind zu unterschiedlichen Anlässen entstanden und haben nichtimmer gleichartigen Aufbau: Manche greifen bloß einen Gedanken auf odergeben einen gedrängten Überblick, andere bemühen sich um eine erschöp-fende wissenschaftliche Behandlung eines Themenfeldes unter Anführungdes gesamten einschlägigen Materials. Für mehrere Themenstellungen wur-den ausführlich unveröffentlichte Quellen herangezogen, die sich in denverschiedenen volkskundlichen Archiven Griechenlands befinden.Da sich die Studiensammlung auch und vor allem an Nichtgräzisten wendet,an die internationale Liedforschung und die Vergleichende Volkskunde, dieals ,, Ethnologia Europaea" auf Studien dieser Art angewiesen ist, wurde voneiner Beistellung der Originaltexte abgesehen und nur die deutsche Überset-zung gebracht. Diese stammt, wenn nicht anders angegeben, aus der Federdes Verfassers und bemüht sich, neben der möglichst exakten Wiedergabevon Gedankengehalt und Bildsprache auch metrisch möglichst getreu( so-weit dies möglich ist) zu verfahren, um wenigstens einen ungefähren Ein-druck von der poetischen Konsistenz und rhythmischen Struktur dieser Textezu geben. Reime konnten aufgrund der beschränkteren Reimmöglichkeitendes Deutschen freilich nicht reproduziert werden. Auf eine Transkribierungder griechischen Titel bei Quellen und Bibliographie wurde verzichtet, dadas Griechische bei computergenerierten Texten keine Schwierigkeit mehrbildet, es außerdem eine Reihe von Transkripitionsmöglichkeiten gibt, diefür das Deutsche immer noch nicht vereinheitlicht sind; es wird allerdingsin dem in Griechenland selbst( allerdings nicht unwidersprochen) seit vielenJahren offiziell gültigen ,, monotonischen“ System gebracht, was Humani-
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