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Studien zum griechischen Volkslied
Entstehung
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Während diese Liedkategorie auf den Hausherrn die Eigenschaft der Sexus-rolle und der Sozialposition des pater familias in der Mikrosozietät aus-drückt, bezieht sich eine andere Kategorie desselben Liedes auf die Gege-benheiten und Qualifikationen des Beruflebens des erwachsenen Mannes.Im Lied auf den Viehzüchter etwa werden schwindelnde Zahlen angeführt,was die Größe der erwünschten Herde, die Melker, die Knechte und die Zahlder Kübel betrifft 188. In ähnliche Übertreibungen, diesmal der körperlichenSchönheit und der Zierde, versteigt sich auch das Loblied auf die Hausfrau,das ein ausgesprochen aristokratisches Erscheinungbild widerspiegelt, inkrassem Gegensatz zur sozialen Wirklichkeit der Frauenrolle zwischen Stall,Küche, Brunnen und Feldarbeit. Da bekommen die Kirchenwände Rissevom intensiven Moschusduft, Priester und Diakone gaffen, Psalmensängerund Kantoren vergessen die Liturgie zu singen 189. In anderen Liedern wirdwieder ausführlich ihr Schmuck beschrieben und mit Sonne, Mond undSternen verglichen 190. Im Loblied auf den kleinen Schuljungen wünscht manihm, entsprechend dem patriarchalischen Männlichkeitsideal, unter anderemmöglichst frühzeitige Neigung zum anderen Geschlecht 191. In der Vielzahl

Sattel( Chasiotis, op. cit., S. 35f.). Der ,, Flieder"( лασxαλiá) steht etymologisch inRelation zu Ostern( лάoxα). Die Punkte bezeichnen einen ungeklärten Ausdruck( ,, oéλλ1-voç ČEσÉλvos"), eine alternierende Variierung von ,, Sattel"( σéλλa), ohne einsichtigenSinn( Petropulos, op. cit., Bd. 2, S. 15). In einer anderen Variante heißt es an dieser Stelle:,, sie satteln und satteln"( Petropulos, op. cit., Bd. 2, S. 23). Eine andere Variante diesesLiedes auf den Hausherr in deutscher Übersetzung bei Puchner, Die ,, Rogatsiengesell-schaften", op. cit., S. 119.

188,, Einen guten Tag, ihr Hirten,/ singen will ich euch das Palmfest,/ euer Vieh mög' sichvermehren,/ es möge unzählig sein./Tausend Lämmer, tausend Ziegen/ und nochmal so vieleSchafe,/ daß füllen sich die Bergrücken/ und die Felder der Erde./Und Gott möge euch auchsenden/ Gras aus Anatolien,/ daß euer Vieh es weiden mag,/ daß ihr immer glücklichseid./Zwanzig Melker sollst du brauchen,/ und auch achtzehn Kübel noch,/ und Melkeimerund Melktöpfe/ mögen dir unzählig sein./Vierzig Knechte magst du haben,/ den Käse zubereiten,/ die Butter und den Weichkäse/ und Formen noch und Modeln./Und übers Jahrzum Lazarus,/ und übers Jahr zum Palmfest/ ein gutes, Christ ist erstanden'/ und mit einemroten Ei"( Mavris/ Papadopulos, op. cit., S. 12). Daß in der Einleitung das Palmfest ange-sprochen wird, ist weiter nicht verwunderlich; das zeitliche Nebeneinander beider Kirchen-feste führte zu häufigen Kontaminationen im Brauchleben und bei den bezüglichenAnsingeliedern( Lazaruslieder und Palmsonntagslieder der Mädchen).- Das metrischeSchema des Liedes besteht aus alternierenden Acht- und Siebensilbern, d.h. es handelt sicheigentlich um den üblichen Dekapentasyllabos, der nur in dieser separierenden Formaufgezeichnet wurde.

189,, Hohe Frau, schlank gewachsene, bewunderswürdige Frau,/ meine Frau, als du aufbrachst,um zur Kirche zu gehen,/ war die Straße voll Rosenduft und die Kirche voll Moschus,/ undvon dem vielen Moschus bekamen die Wände Risse,/ Priester sehen dich an, Diakonevergessen die Litaneien,/ und ihre Psalter vergessen Psalmensänger, Kantoren"( Politis,Eklogai, op. cit., S. 192).

190 Deutsche Übersetzung bei Puchner, Die ,, Rogatsiengesellschaften", op. cit., S. 119f.191,, Mein Kind, wo sind deine Kenntnisse, mein Kind, wo sind deine Gedanken?/- MeineKenntnisse sind auf dem Papier und meine Gedanken quälen sich weiter weg,/ weiter wegbei den Mädchen den hübschen, weiter weg bei den Schwarzäugigen,/ die Augen habenwie Oliven und Brauen wie eine Schnur"( Puchner, Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumserscheinungen, op. cit.,S. 78).

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