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Studien zum griechischen Volkslied
Entstehung
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der gewaltsamen Überwindung der Hadespforten im descensus ad inferosdes Nikodemus- Evangeliums, Kap. 21, 3117. Derselbe Kontext ist angespro-chen, wenn sich an den Auferweckungsruf die Verse anschließen: ,, Laß denHades, den bitteren,/ laß das Gefängnis, das dunkle,/ verlasse das Zähneknir-schen" 118- Manche Versionen folgen in dieser Motivsequenz überaus engder Bibelpassage( Joh. 11, 41-43) 119, andere bringen weitere Passagen ausdem Nikodemus- Evangelium: Der Verkündigung der kommenden Auferste-hung an die Toten durch Johannes den Vorläufer( Prodromos)( Kap. 18) folgthier, dogmatisch völlig richtig, die Auferweckung( ohne direkten Anruf) 120.In Motivsequenz VII( Beispiel V. 88-93) erscheint Lazarus in den Leichen-binden, die man löst, und er geht nach Hause. Diese Leichenbinden heißenin den Liedern ,, lazaromata", im Gegensatz zum Evangelium, wo von,, κειρίαις" die Rede ist das Verb λαζαρώνω bedeutet noch im rezentenTotenbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Totenbrauchtum ,, in die Binden wickeln" 121, wie schon im byzantinischenEpos Digenis Akritas 122). Das Aussehen des Toten ist furchterregend: gelb,schwarz und blaẞ123, erniedrigt und gedemütigt von Hades 124. In den volks-

116 V. 66-70 in Papadopulos, op. cit., S. 105ff.

117,, Und zugleich mit diesem Bescheid wurden die ehernen Tore zerchlagen und die eisenenBalken zerbrochen"( E. Hennecke/ W. Schneemelcher, Neutestamentliche Apokryphen.Bd. I. Tübingen 1959, Bd. 1, S. 351). Fast wörtlich auch in LA 2113: S. 22 V. 70- 75.118 LA 2113, S. 51 ff. V. 88-90.

119 Papadopulos, op. cit., S. 99ff. Der Stein wird weggewälzt, Christus weint. Als Parenthesefolgt nun eine relativ ausgedehnte pastoralexegetische Passage, in der der Gedankeentwickelt wird, daß nur wer mit seinem Herzen bete, auch Tränen in den Augen habenkönne; Christus erhebt die Augen zum Himmel, dankt dem Vater; das Wunder wirke er nur,um die Menge glauben zu machen( V. 62-73). Es folgt der übliche Auferweckungsruf.120 Sakellariu, op. cit., Bd. II, S. 82ff.( V. 36-52): ,, Den Lazarus rief er herauf, und Hadesunten zittert,/ es zittern auch die Himmel all, es zittern die Erzengel./Zu ihnen spricht derVorläufer:/ Gegrüßt seid ihr, Verdammte,/ Du, Adam, Erstgeschaffener, und du, Eva, mut-lose,/ die die Schlange betörte und du fandst dich verraten,/ hast uns den Adam verraten undwir sind ewig verdammt./Es ist auf der Erde ein Herr, Christus, und er führt Herrschaft,/ erlieẞ Lazarus auferstehn, da ihn Martha beweinte,/ um ein Wunder zu vollbringen, damit esdie Juden sähen./ In acht Tagen wird er kommen, tritt er an die Hadesfahrt,/ und es harrenseiner, Christi, alle Menschen dieser Welt,/ aus der Hölle aufzusteigen, aus dieser vielver-schmutzten,/ die angefüllt ist bis zum Rand mit Dornen und mit Nesseln,/ einzugehen insParadies, das von Moschus duftende,/ das rundherum umgeben ist von einer Mauer ausGold,/ wo Engel und Erzengel auch in Reihen aufgestellt sind,/ und den dreiheiligenHymnus auf die Erzengel singen".- Aus der Predigt Johannes' des Vorläufers( Nikode-mus- Evangelium, Kap. 18, Hennecke/ Schneemelcher, op. cit., Bd. I, S. 349) gibt es aller-dings keine wörtlichen Entsprechungen. Die Paradiesvorstellung gleicht in manchem derBeschreibung, die in den griechischen Theophaniekalanda gegeben wird: als kühlerfrischer Garten mit Bäumen und Blumen( Petropulos, op. cit., Bd. II, S. 8, deutscheÜbersetzung in Puchner, Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumserscheinungen, op. cit., S. 69f.).

121 Z.B. in Kreta( A. Chrysulaki,' E0чα τ Σαкíшng Konτnç. Laographia 17, 1957/58,S. 383-404, bes. S. 401).

122 E. Trapp, Digenis Akritas. Synoptische Ausgabe der ältesten Versionen. Wien 1971( WienerByzantinistische Studien, 8), Glossar S. 389( etwas ungenau: ,, mit dem Totenhemd beklei-den").

123 LA 2113, S. 22 V. 78.

124 Papadopulos, op. cit., S. 99ff. V. 79ff.

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