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Studien zum griechischen Volkslied
Entstehung
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Geistererscheinungen und dergleichen mehr61, ebenso wie auch nichteingelöste Versprechen, soziale und familiäre Verpflichtungen, Flücheusw. 62. In Griechenland ist auch die Tatsache nachgewiesen, daß derSterbende alle Flüche zurücknehmen muß, bevor er stirbt63, und ihmselbst von seinen Feinden und Mitbürgern in ritueller Form verziehenwird 64. Eine ähnliche Funktion haben unter anderem auch die Gedenk-messen und Totentage am 3., 9., 40. Tag und nach einem Jahr( die trita,enata und der Jahrestermin bestehen seit dem Altertum) 65.

Bevor jedoch die Relation von Toten und Lebenden näher zu untersuchenist, seien noch die übertragenen Formen der Lamentation kurz besprochen:die Klagelieder auf Götter und Helden, auf den Fall einer Stadt( in dergriechischen Tradition in die Hände der Türken) 67, die Emigrationsklagen68,die Hochzeits- Klagelieder der Braut, spielhafte Lamentationen70 usw. DieBestattungsformen der alten Griechen scheinen gewissen Variationen unter-worfen zu sein, die Lamentation bei prothesis und ekphora ist jedoch durch1985, S. 145 161.

61 Vgl. etwa die ,, revenant"-Motivgruppe der skandinavischen Balladen: A 67 Girl's griefbrings her betrothed from his grave, A 68 Dead mother returns to provide for her children,A 69 Dead man tells the circumstances of his murder, A 70 Dead man returns to earth toundo unjust deed, A 71 Executed man returns to his widow and gives her advice, A 72King's daugter raped by dead man( Jonsson et al., op. cit., S. 43f.), und die religiösenWiedergänger- Motive B 35 Girl's return from the dead to visit their mother, B 36 Murderedchildren return to their mother, B 37 The souls of the seven murdered children( ibid. S. 59).Vgl. im romanischen Raum auch die katalanische Wiedergänger- Ballade vom ,, ConteArnau"( dazu J. R. Figueras, El mito de El comte Arnau. Madrid 1947).

62 Dazu A. Wopmann, Grundformen der Vorstellungen vom Leben nach dem Tode. EineUntersuchung der ,, Totenseelenvorstellungen" in Mythen, Märchen und Sagen. Diss. Wien1961. Vgl. auch E. R. Lange, Sterben und Begräbnis im Volksglauben zwischen Weichselund Memel. Würzburg 1955; W. F. Otto, Die Manen oder von den Urformen des Toten-glaubens. Eine Untersuchung zur Religion der Griechen, Römer und Semiten und zumVolksglauben überhaupt. Darmstadt 1958.

63 Alexiou, op. cit., S. 37.

64 Zum ,, ovxópio" im Totenbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Totenbrauchtum ein Beispiel bei Puchner, Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumserscheinungen,op. cit., S. 156.

65 Alexiou, op. cit.

66 Alexiou, op. cit., S. 55ff. mit Nachweisen.

67 Alexiou, op. cit., S. 83ff.

68 G. Saunier, Tηç ševitiάç. Athen 1983.

69 Zur Tradition der Hochzeitslamentationen und der Totenhochzeit, mit dem gleichenFormelrepertoire M. Alexiou/ P. Dronke, The Lament of Jephta's Daughter: Themes,Traditions, Originality. Studi medievali 12/2( 1971) S. 819- 863. Zu den Hochzeitslie-dern systematisch M. Mirasgezi, Έρευνα στη δημοτική μας ποίηση. Α'. Ο γάμος.Athen 1965. Zu den Hochzeitslamentationen speziell M. G. Meraklis, Hochzeitslamen-tationen in Griechenland. W. Puchner( ed.), Tod und Jenseits im europäischen Volkslied.16 Intern. Balladenkonferenz Kolympari, Kreta, 19.- 22. Aug. 1986, Ioannina 1986[ 1989], S. 65-80.

70 Puchner, Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumserscheinungen, op. cit., Index ,, Scheinbegräbnis.

71 Dazu jetzt umfassend D. C. Kurtz/ J. Boardman, Thanatos. Tod und Jenseits bei denGriechen. Mainz 1985( englische Ausgabe London 1971). Vgl. auch Ch. W. Clairmont,Patrios nomos: public burial in Athens during the fifth and fourth centuries B. C.: thearchaeological, epigraphic- literary and historical evidence. Oxford 1983.

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