Druckschrift 
Die Schweiz zwischen Hirtenidylle und High-Tech-Performance : eine volkskundliche Annäherung
Entstehung
Seite
20
Einzelbild herunterladen
 

Gschwend, Max: Schweizer Bauernhäuser. Material, Konstruktion und Einteilung. SchweizerHeimatbücher 144-147. Bern 1971; ders.: Bauernhäuser der Schweiz. Basel 1988.

Steinmann, Martin: Arbeiterdörfer, in: Unsere Kunstdenkmäler. Bern 1982. 463–474.Weiss, Richard: Häuser und Landschaften der Schweiz. Erlenbach/ Zürich/ Stuttgart 1959.

Sprachgrenzen- Sprachregionen

1990 stellte sich die sprachliche Situation in der Schweizer Wohnbevöl-kerung statistisch folgendermaßen dar:

Deutsch

Französisch

Italienisch

Räto-romanisch

Andere

Schweizer

73,4%

20,5%

4,1%

0,7%

1,3%

Ausländer

19,6%

13,3%

23,7%

0,1%

43,3%

( Quelle: Bundesamt f. Statistik. Pressemitteilung 16. Mai 1993.)

Die erste Zahlenreihe zeigt die Anteile der traditionellen Sprachgruppen.Um aber das Gewicht der Sprachgruppen innerhalb der Wohnbevölkerungrichtig zu ermessen, müssen die Ausländer miteinbezogen werden. Dabeiergibt sich z.B., daß der Anteil des Italienischen als Hauptsprache durch dieImmigration bis 1980 wuchs, seither aber infolge der verstärkten Zuwande-rung aus anderssprachlichen Ländern wieder abgenommen hat. 1990 sinddie Nicht- Landessprachen erstmals zahlreicher als das Italienische( insge-samt 8,9% gegen 7,6%; davon 1,9% slavische Sprachen, 1,7% Spanisch,1,4% Portugiesisch, 0,9% Türkisch etc.)

Vier große Sprachregionen haben der schweizerischen Volkskultur ihrenStempel aufgedrückt, und sie prägen sie heute noch: die deutschsprachigeals zahlenmäßig bedeutendste, die französische, die italienische und die inihrer Existenz bedrängte rätoromanische( Karte 3). Durch sie hat dieSchweiz, außer bei der Rätoromanie, teil an größeren Sprachkulturen, blicktsie über die Grenzen hinaus in bedeutende Kulturnationen Europas. Darinliegt auch ein zentrifugales Element. Zugleich bestehen aber in den Sprach-regionen Reflexe der Abwehr gegen eine zu starke Vereinnahmung vonaußen, durch größere gleichsprachliche Kulturen. Am ausgeprägtesten wirktdieser Reflex in der deutschen Schweiz, vor allem seit der Zeit des Natio-nalsozialismus( 1933-1945). Er hat unter anderem auch zu einer neuenBlüte der Dialekte beigetragen. Der Deutschschweizer legt Wert darauf, mitseinesgleichen Mundart zu sprechen- eine Verwendung des Hochdeutschenwäre dabei undenkbar-, und er hat ein höchst sensibles Gehör für eine sichanbiedernde dialektale Sprechweise von integrierten Deutschen, die versu-

20

20