schmückt, sind gemauert, enthalten aber noch Partien in Holz, vor allem dieStube und den Heustall.
Die südlichen Alpentäler kennen den Steinbau. Das Sopraceneri, dasnördlich des Monte Ceneri gelegene Gebiet des Tessin, charakterisieren mitGneisplatten bedeckte Häuser. Sie weisen eine vertikale Raumanordnungauf; die hohen, oft fast turmartig wirkenden Gebäude wirken archaisch- herb.Südlich des Monte Ceneri hat die Schweiz Anteil an der Hauslandschaft derLombardei mit ihren drei- oder vierseitigen Hofgruppen, deren InnenhöfeLaubengänge aufweisen.
So ist der ländliche Hausbau in der Schweiz vielgestaltig. Er prägt heutenoch die Siedlungslandschaften in eigenwilliger und unverwechselbarerArt. Eindrücklich bleibt für den heutigen Beobachter, wie ausgeklügelt sichdie früheren Bauten den klimatischen und ökologischen Gegebenheiten derLandschaft anpaßten. Das Schweizerische Freilichtmuseum Ballenberg,1978 hoch über dem Brienzersee eröffnet, dokumentiert diese Vielfalt mitausgewählten Beispielen. Auch wenn die Urbanisierung und Zersiedelungweite Teile des Mittellands und die Alpentäler erreicht hat, hat sich dietraditionelle bäuerliche Hauslandschaft doch als prägendes Element erhal-ten, zumal die bäuerlichen Bewohner des Mittellandes und der alpinen Tälerdem Blumenschmuck eine große Bedeutung beimessen. An diesem ge-schlossenen Erscheinungsbild ändern auch die Neukonzeptionen wenig,welche die kantonalen Landwirtschaftsämter in neuerer Zeit für den Bau vonAussiedlerhöfen entwickelt haben. Sie wirken in ihrer nüchternen Funktio-nalität und in der regionalen Beliebigkeit monoton und unterscheiden sichim Wohnteil kaum von städtischen Bauten.
Die Bauernhäuser werden in der Schweiz vorbildlich erfaßt und erforscht.Seit 1945 besteht eine ,, Aktion Bauernhausforschung in der Schweiz", dieden Bestand, nach Kantonen geordnet, registriert und erforscht. Dabei hatsich im Laufe der Jahre der Blick vom Einzelobjekt auf eine ganzheitlicheSiedlungsbetrachtung geweitet. Auf Grund der so erarbeiteten Materialiengibt die Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde mit Sitz in Basel einePublikationsreihe ,, Die Bauernhäuser der Schweiz" heraus, auch sie nachKantonen geordnet. Bisher sind vierzehn Bände erschienen.
Volkskundlich wenig erfaßt sind dagegen die Wohnbauten der andernBevölkerungsschichten, z.B. der bürgerlichen und städtischen Mittelschich-ten, sofern es sich nicht um Prachtbauten handelt, und der Arbeiter. DieSchweizerische Gesellschaft für Kunstgeschichte gibt zwar seit Jahren eineumfassende, textlich dichte Reihe heraus, unter dem Titel ,, Kunstdenkmälerder Schweiz", auch sie nach Kantonen gegliedert und auf 85( 1993) Bändeangewachsen; aber diese Publikationen erfassen vor allem künstlerischbedeutende Bauten und ihre Ausstattung, wie Kirchen, Klöster, Ratshäuser,stolze Bürgerhäuser usw. Die bescheideneren Objekte, das alltägliche Woh-nen der breiten Schichten wurde kaum erforscht. Erst in neuerer Zeit gibt es
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