kämen die Raben, die die Augen der Frauen fressen. Er steckte sie in eineTruhe, streute Saat darauf und ließ die Hühner picken. Dann schlachtete erdas Kamel und versteckte den Schatz. Hierauf zog er sie heraus und siefeierten. Am nächsten Tag kam der Ausrufer und fragte, wer des KönigsKamel gefunden habe. Da ging die Frau hin und sagte, sie habe es gefunden.Man führte sie dem König vor, und als er sie fragte, wann sie es gefundenhabe, da sagte sie: als die Raben gekommen seien, die die Augen der Frauenfressen. Weil der König schielte, fragte sie ihn, ob die Raben auch sein Augegefressen hätten. Da hielten sie sie für verrückt und schickten sie nachHause.
Die Geschichte gehört zum Typ AaTh 1381 über den Schatz, den diegeschwätzige Frau findet( 30 Varianten). Die Frau wird zugleich auch alsdumm oder als faul hingestellt. Charakteristisch ist der Titel einer Version( LF 1, S. 25f.):„ Die Faulen und die Dummen haben das gute Schicksal"( esgeht um ein Sprichwort, das die„ Moral" der Geschichte ausdrückt). In derEinleitung wird schon das gute Glück dieser Frau hervorgehoben, das mitihrer Beschränktheit einhergeht, die gewöhnlich bis zum baren Unverstandreicht: Der Mann dieser„ einfältigen“ und faulen Frau gibt ihr einen Faden,um ihn im Brunnen zu waschen. Dort sieht sie eine Eidechse und sagt zu ihr:,, Gevatterin, webe mir den Faden." Als sie später wiederkommt, findet siedie Eidechse nicht mehr. Sie gräbt nach ihr und sucht nach ihr, da findet sieeinen Topf voll Perlen, die sie in allen Varianten für Salz hält oder sonstetwas Billiges, und es dementsprechend eintauscht. Es geht um eine Konta-mination mit AaTh 1385*, welcher Märchentyp in 21 selbständigen Erzäh-lungen vorliegt. Das Motiv des Tausches wird zweimal wiederholt( z. B. inder vorliegenden Erzählung).- Diese im Grunde stereotype Einleitung weistverschiedene morphologische Veränderungen auf: Die Frau fordert von derDistel Entschädigung für das hängengebliebene Leintuch, sie reißt sie ausund findet den Goldtopf. Oder: Sie gibt den Brennesseln ihr Kleid, damit siees färben, Baumwolle den Fröschen, damit sie sie weben. Sie verliert beides,gräbt und findet den wunderbaren Topf, der auf sie wartet. Das Ende dieserVersion ist nicht selten dieses: Ihr Mann läßt sie, um den wertvollen Fundendlich zu behalten, seltsame Dinge sagen, damit niemand ihr glaubt. Er sagtihr z.B., daß Vögel erschienen seien, die die Augen der Menschen fräßen,und sie versteckt sich im Ofen. Am Ende wird sie für verrückt gehalten.
41. DIE MÖNCHE
Am Karfreitag versammelt der Abt die jungen Mönche und sagt ihnen, wenndie Hirten kommen, um die Kommunion zu emfangen, sollen sie inzwischenzwei Schafe entwenden, damit auch sie im Kloster richtige Ostern haltenkönnen. Doch die Hirten kamen etwas früher zurück und haben den Mön-chen die Därme umgehängt. Da mußten sie abziehen, gingen hin, säuberten
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