entführt, die ihn mal sterben lassen, mal wieder zum Leben bringen, ihnjedenfalls verzaubert als ihren Gefangenen halten, wie im Märchentyp AaTh425E. Die Heldin erlöst ihn aus dem Zauberbann oder bewahrt ihn vor demfrühzeitigen Tod und heiratet ihn. Sie wird schwanger, und der Königssohnschickt sie zu seiner Mutter, damit sie dort niederkomme. Sie gebiert einenSohn, den der Vater in der Nacht besucht. Man hört, wie er dem Kleinen einWiegenlied singt, und berichtet dies seiner Mutter. In dem Wiegenlied sindversteckte Anweisungen enthalten, was zu tun sein, damit der Jünglingendgültig aus der Gewalt der Neraiden befreit werde. Seine Gattin erfüllt alldieses und der Zauberbann wird endgültig gebrochen 388. Gewöhnlich endetdas Märchen mit dem Wettstreit" der beiden Ehemänner. Dieser Formentspricht auch die türkische Version des Märchens( Eberhart/ Boratav,op.cit., Nr. 106) 389.
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10. DAS FRÄULEIN
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Es war einmal ein Vater, der hatte acht Kinder und war reich. Das achte wasein Mädchen und hieß das„, Fräulein". Die übrigen waren Jungen. JedenMorgen fand er seine Tiere verendet. Auf den Rat eines Alten sollte er jenesKind verstoßen, das in der Nacht seine Hände zwischen den Schenkeln habe.So mußte er das Fräulein von zu Hause verjagen. Es würde Unglück bringen.Die ganze Nacht hindurch lief es im Wald. In einem Dorf wurde es aufge-nommen, doch sobald es da war, verendeten die Tiere des Hausherrn. Amdritten Tag behielt es eine Witwe, obwohl auch ihr die Tiere verendeten. Siebackte Zuckerkringel und tat sie in einen Korb. Damit sollte die Kleine vordas Dorf gehen, zum Turm des Schicksals, und nicht eher weggehen, als bisdie Schicksalsfrauen die Kringel genommen hätten und ihr Glück in denKorb getan hätten. So geschah es auch. Das Mädchen rief und rief, am Endetaten die Schicksalsfrauen jedoch Roßäpfel in den Korb. So geschah es aucham zweiten Tag. Am dritten Tag gab ihm die Schicksalsfrau eine handvollSeide in den Korb. Eines Tages wurde Hochzeit gehalten. Die Brautkronesollte aus Seide sein, doch man hatte keine. So wurde das„, Fräulein'geschickt, ihre Handvoll Seide zu holen. Der Bräutigam wolte diese mit Goldaufwiegen. Doch die Schale wollte nicht hochgehen, erst als sich derBräutigam selbst darauf setzte. Da ließ er seine Braut und nahm dasFräulein" zur Frau. Eines Tages kam auch ihr Vater vorbei und sah sie.Man lud ihn ein und feierte das Wiedersehen. Weder war ich dort, noch
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sollt ihr es glauben."
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388 Vgl. G. A. Megas, Das Märchen von Amor und Psyche, op. cit., S. 152f. In der vorliegendenVariante erfolgt die Begegnung mit dem Jüngling und die Prozedur seiner Wiederbelebungausnahmsweise dem Typ AaTh 425G.
389 Der hier angeführte Typ ist auch von R. Dawkins kommentiert worden( Forty- five Stories,Nr. 36, S. 369- 393).
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