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Gorazd Makarovič
brauchsbeleuchtung in Frage kam und nicht für Kerzen, die bei Ritualen verwendetwurden. Wachsvotivgaben wurden von Lebzeltern erzeugt. Dieses Gewerbeschloß nämlich damals die Erzeugung von Lebkuchen, Wachsvotiven und Kerzenein. Votivgaben wurden in zweiteilige geschnitzte Holznegativmodel gegossen.Einschlägige Handwerker sind in slowenischen Städten seit dem 17. Jahrhundertbelegt. Ob von ihnen damals bereits Wachsvotivgaben angefertigt wurden, istnicht bekannt, jedenfalls wären sie in jener Zeit eher höheren Schichten als der bäu-erlichen Bevölkerung zuzuschreiben. Im bäuerlichen Haushalt wurden Votivgabenfreihändig geformt. Zu diesem Zweck wurde auf ein Holzuntergestell ein Holzge-rüst gestellt, auf das halbflüssiges und halbhartes Wachs aufgetragen und entspre-chend geknetet, geformt und oberflächlich geglättet wurde. Solche Erzeugnissewaren jedoch selten und werden wohl erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhun-derts aufgekommen sein.
2.7. Wachs als gewerbliches Hilfsmittel
Wegen seiner Eigenschaften wurde Wachs als Hilfsmaterial in verschiedenen Ge-werben und zu verschiedenen Zwecken verwendet. Für den Guß von Kleinformenwurde es von Goldschmieden und Schlossern benötigt. Schneider, Schuster, Satt-ler, Gürtelmacher und Seiler wachsten damit ihre Fäden. Poröses Material tauchteman in heißes Wachs, um es fester und widerstandsfähiger zu machen. Tischlerverwendeten es zum Einreiben und Polieren der Holzoberflächen. Beim Transportvon empfindlicheren Waren diente Wachsleinwand, das ein guter Schutz gegenFeuchtigkeit war, als Verpackungsmaterial. Solches Leinen wurde manchmal auchals Wagenabdeckung verwendet. Über weitere Benützungsmöglichkeiten vonWachs im Gewerbe stehen in Slowenien noch notwendige Forschungsarbeitenaus. So gibt es z. B. die Erwähnung, daß Blechmodel für Kuchen mit Wachs bestri-chen wurden, damit sich der Teig nicht anlegte.
3. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung von Wachs
Vor den statistischen Zählungen ist über die Mengen, die an Wachs und Honig inslowenischen Ländern erzeugt wurden, wenig Verläßliches bekannt. Laut einesBerichtes aus den achtziger Jahren des 18. Jahrhunderts gab es in Krain viel Honig.Er wurde in fremde Länder exportiert, so zum Beispiel ins Salzburgische jährlich et-liche tausend Zentner( Pfundzentner). Das Wachs wurde damals zu Kugeln ge-formt und massenweise nach Italien, besonders nach Venedig ausgeführt. Produk-tionssteigerungen erfolgten im Mittelalter mit der Abkehr von der Zeidelwirtschaftbzw. mit der Einführung der Bienenhaltung am Wohnhaus und im 15. Jahrhundert,nachdem sich der Buchweizen ausgebreitet hatte, der für die Bienen eine zusätzli-che Weide bedeutete. Eine ähnliche Wirkung mußte das Aufkommen von Bienen-