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Der Mensch und die Biene : die Apikultur Sloweniens in der traditionellen Wirtschaft und Volkskunst ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien = Človek in čebela
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Verwendung und Bedeutung von Bienenerzeugnissen in Slowenien

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Bei den Ostereiern war auch der umgekehrte Vorgang der Wachsreserve ge-bräuchlich. Dabei wurde flüssiges Wachs auf ein bereits gefärbtes Ei aufgetragenund das Ei anschließend in Säurelösungen geätzt. Die Säure zerfraẞ die nicht durchWachs geschützten Farbflächen und ließ auf der Oberfläche der Ostereier einenbeinartigen Eindruck entstehen, der mit keiner anderen Technik erreicht werdenkonnte. Auch über das Alter dieser Technik ist nichts Verläßliches bekannt; die äl-testen bekannten Exemplare und Berichte stammen aus dem ersten Drittel diesesJahrhunderts.

Eine sehr interessante Technik, die bei der Herstellung von intarsierten Bauerntru-hen im 19. Jahrhundert verbreitet war, ist die Verwendung von verschiedenfarbi-gen Wachskitten. In Holzflächen wurden mit einem dünnen Meißel verschiedeneVerzierungen, Initialen und Jahreszahlen eingeschnitten. Die Oberfläche wurde an-schließend mit fließendem Wachskitt übergossen und dann gehobelt. Der Kitt bliebin den Vertiefungen haften und erzeugte die Wirkung von Intarsien.

2.6. Wachsvotive

Im 18. und 19. Jahrhundert kam in bäuerlicher Umgebung das Ppfern von Wachs-votiven in Wallfahrtskirchen in Mode. Das Motivinventar des erhaltenen Sachmate-rials gibt uns Aufschluß über die drückendsten Sorgen der ländlichen und teilweiseauch städtischen Bevölkerung in dieser Zeit. Die Gesundheit der Haustiere standdabei an erster Stelle, denn davon hing die Existenz der Bauern ab. Am wichtigstenwar das Rind. Eine Niederschrift aus dem Jahre 1808 bringt diese Einstellung zurGesundheit von Mensch und Vieh sehr treffend zum Ausdruck: es ist also auchdas wahr, was ich schon öfters erfahren habe, daß alle Leute mehr Mitgefühl zei-gen, wenn ein Rind eingeht, als wenn ein Mensch stirbt. Die Sache ist natürlichfrappant, doch wenn man den Hofbesitzer beobachtet, wenn ihm ein Stück Viehoder ein Mensch erkrankt, wird man schnell bemerken, daß im ersteren Fall sehrschnell nach Hilfe und Rat gesucht wird, im zweiteren Fall ergibt er sich dagegen inden Willen Gottes mit der Erklärung: wenn seine Stunde gekommen ist, kann keineArznei helfen und nur Gott könnte helfen! Welch ein Irrtum, der jedoch auch vonden Geistlichen oft dem Volk gegenüber verkündet wird, so schwer es mir fällt, eszuzugeben." Bitt- bzw. Dankvotivgaben für Tiere wurden als kleine Figuren vonKuh, Kuh mit Kalb, Pferd, Schaf und Schweinchen dargebracht. Die Figuren einesoder einer Betenden oder ein Herz sind weniger bestimmt: sie bedeuteten ein ma-terialisiertes Bittgebet, dessen konkreter Zweck nur dem Schenker bekannt war.Klarer läßt sich der Zweck der Darbringung von Votiven in Form einer Kröte als Bit-te einer unfruchtbaren Frau, eines Säuglings als Bitte um ein Kind oder um seineGesundheit, in Form von Augen, Händen und Füßen als Bitte oder Dank für dieGnade bei der Heilung dieser Körperteile erkennen. Wachsvotivgaben drücktenfolglich sowohl Nöte und Unbilden als auch Frömmigkeit aus und stellten zugleichauch eine Form der Wachsopferung an Kirchen dar. Das galt bis ins 20. Jahrhun-dert hinein, als Votivgaben aus Paraffin aufkamen, das in Kirchen nur als Ge-