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Der Mensch und die Biene : die Apikultur Sloweniens in der traditionellen Wirtschaft und Volkskunst ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien = Človek in čebela
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Verwendung und Bedeutung von Bienenerzeugnissen in Slowenien

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Die Herstellung von dünnen Kerzen war im Prinzip so einfach, daß es schwerlichanzunehmen ist, daß ländliche Bienenhalter, die Wachs erzeugten, dieses Verfah-ren nicht gekannt hätten. Man muß nur mehrmals nacheinander den Docht durchgeschmolzenes Wachs hindurchziehen oder einen hängenden Docht mit Wachsbegießen. Die Herstellung von dicken Kerzen war nicht so einfach. Die händischeErzeugung erfolgte durch Ausrollen und wurde von Bauern für die ganze Pfarredurchgeführt. Können an Hand dieser Belege solche oder ähnliche Bräuche folglichauch für das Mittelalter angenommen werden? Auf jeden Fall muß darauf hinge-wiesen werden, daß der bisher älteste bekannte Bericht über die bäuerliche Her-stellung von kunstvoll geflochtenen Kerzen erst aus dem 17. Jahrhundert stammt.

2.5. Wachs als künstlerisches Gestaltungsmittel

Wachs wurde sehr oft für künstlerische Arbeiten herangezogen. Laut eines Berich-tes aus dem 17. Jahrhundert wurde es für die Anfertigung von Bildnissen verwen-det. Mit der Färbung des flüssigen Wachses konnte ein überraschend zartes Inkar-nat erzielt werden, die geglättete Wachsoberfläche ergibt einen außerordentlichreizvollen Hauteindruck, wie er mit anderen Materialien sonst nicht zu erzielen ist.Deshalb wurden aus Wachs plastische oder halbplastische Menschenbildnisse an-gefertigt. Weil jedoch Wachs ein sehr vergängliches Material ist, wurden solcheBildnisse meist in tiefe, verglaste Rahmen, Glaskästen oder Schmuck- und Schutz-gerüste eingelegt und nur ab und zu öffentlich ausgestellt. Es gilt hier zwei Gruppenvon solchen Erzeugnissen zu unterscheiden: Arbeiten von Wachskünstlern undKlosterarbeiten. Werke aus der ersten Gruppe waren im 17. Jahrhundert in ersterLinie unter dem Adel üblich. Bisher sind keine erhaltenen Wachsbildnisse aus die-ser Zeit bekannt; eine ungefähre Vorstellung von der Motivik solcher Wachsbildnis-se bietet das entsprechende Verzeichnis eines Nachlaßinventares, das 1691 aufSchloß Hrastovec angefertigt wurde. Es enthält das Bildnis eines Barbiers, der sei-nem Patienten gerade eine Eiterdrainage anlegt, das Bildnis eines alten Weibleins,einen HI. Hieronymus, eine nackte Frau mit zwei Knaben, einen Cupido, eine Dianaund eine Aktdarstellung. Erhalten sind dagegen einige Exemplare aus dem 18. und19. Jahrhundert, die wohl zum Schmuck von Innenräumen bei Adel und Bürger-tum gedient haben werden. Darunter sind ein weiblicher Halbakt und das Bildnis ei-ner Biedermeierdame zu erwähnen. In der Biedermeierzeit begann man solcheWerke durch Glassturze zu schützen. Unter ihnen gab es auch einige religiöse Mo-tive, die meist von Nonnen angefertigt wurden. Ihre Erzeugnisse weisen viele ge-meinsame Züge mit Arbeiten anderer Länder auf, daß von einem internationalenNonnenstil gesprochen werden kann. Während Erzeugnisse von weltlichen Gestal-tern oft beträchtliches gestalterisches Können beweisen, handelt es sich bei Non-nenarbeiten meist um Abgüsse, die jedoch ausgiebig mit Stoff, Spitzen und Sticke-reien aus dünnem Draht und Ähnlichem dekoriert waren. In slowenischen Frauen-klöstern kann diese kunstgewerbliche Fertigkeit mindestens seit dem 17. Jahrhun-dert belegt werden. Aus der Mitte dieses Jahrhunderts ist ein in Naturgröße gear-beitetes Jesuskind in einer geschnitzten Wiege erhalten; es wurde beim rituellen