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Der Mensch und die Biene : die Apikultur Sloweniens in der traditionellen Wirtschaft und Volkskunst ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien = Človek in čebela
Entstehung
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Gorazd Makarovič

wen, die

wie archäologisch belegt ist · verschiedene Metall-, Textil-, Leder-und Holzhandwerke beherrschten, ein so vielfältig verwendbares Material wie dasWachs verworfen hätten. Hier soll nur die Gewinnungsart von reinem Wachs, dieaus dem 17. Jahrhundert belegt ist, erwähnt werden. Die Wabenrückstände wur-den in Wasser aufgekocht, in einen Leinensack gesteckt und in einer Presse ge-preßt. Wachs und Wasser flossen heraus, Unreinheiten blieben im Sack. Beim Ab-kühlen gerann das Wachs auf dem Wasser. Reste von Leinwand sind aus Gräbernder Alpenslawen bekannt, Pressen die noch nicht bekannt gewesen sein dürften, äl-lerdings nicht. Ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert ist eine noch einfachere Art derTrennung von Honig und Wachs überliefert: man gab die Honigwaben in ein Sieb,das auf einem geeigneten Gefäß lag, und stellte beides in den warmen Ofen. Ho-nig und Wachs flossen ins Gefäß, die Unreinheiten blieben im Sieb. Das Gefäß mitdem Honig- und Wachsgemisch wurde anschließend kühlgestellt, das Wachs er-härtete sich an der Oberfläche.

Zu welchen Zwecken die Alpenslawen das Wachs verwendeten, ist jedoch nichtbekannt. Eine Kerzenherstellung ist unwahrscheinlich, diese kam erstmals im Alter-tum in der römischen Kultur vor; zweifellos lernten sie die Kerzen bei ihrer Christia-nisierung im 9. Jahrhundert kennen. Über die Verwendung von Wachs unter derBauernbevölkerung gibt es bis zum 17. Jahrhundert keinerlei Zeugnisse: irgendei-ne Verwendung muß angenommen werden, denn die Erzeugung von Wachs warja bekannt.

Zumindest seit dieser Zeit wurde die Herstellung von dünnen, langen Kerzen imBauernhaus üblich; in einem Bericht ist nämlich von Neujahrssängern die Rede, dieWachs und andere Geschenke in den Dörfern sammelten; hergestellt wurden auchkunstfertig geflochtene Kerzen, die in einen besonderen Ständer eingehängt und zuLichtmeẞ der heimischen Kirche geschenkt wurden. Das Fehlen von entsprechen-den Quellen läßt jedoch eine nähere Altersbestimmung dieses Brauches nicht zu.Er kann jedoch vor dem 10. Jahrhundert entstanden sein, denn damals war dasSegnen der Kerzen zu Lichtmeß schon allgemein üblich. Dieser Brauch ging sehroft mit ziemlich groben bäuerlichen Lustbarkeiten und Raufereien einher. Deshalbwurde er 1804 von Bischof Brigido verboten, er konnte sich jedoch trotzdem hieund da bis zur Jahrhundertmitte halten.

2.3. Wachs als Heilmittel

Laut Bericht aus dem 17. Jahrhundert war Wachs in der Medizin allgemein ge-bräuchlich für Packungen und Arzneien. Daß es früher schon in der Volksmedizin ver-wendet wurde, ist wahrscheinlich; jedenfalls zeugen entsprechende Quellen, daßes in der Bauernheilkunde im 18. und 19. Jahrhundert verwendet wurde. Aus dem18. Jahrhundert sind zwei Medikamente bekannt, bei denen das Wachs als heilen-der Bestandteil und als Grundlage für eine Salbe verwendet wurde. Aus dem 19.Jahrhundert sind 13 Medikamente dieser Art bezeugt; die Verwendung von Wachs