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Der Mensch und die Biene : die Apikultur Sloweniens in der traditionellen Wirtschaft und Volkskunst ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien = Človek in čebela
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Verwendung und Bedeutung von Bienenerzeugnissen in Slowenien

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Seltener wurden mit Honig auch einige Frauen- und Kinderkrankheiten behandelt.Bei unregelmäßiger Monatsblutung wurden Scheidenzäpfchen aus Honig, zerrie-bener Myrrha und dem Saft von Gänsefuß und Vermut verwendet. Eine Wochevor dem erwarteten Tag der Blutung begann die tägliche Anwendung der Zäpf-chen. Manchmal wurde ein Honigpräparat auch zur Erleichterung der Geburt ver-wendet: Schwangere tranken einen Sud von Honig und Gänsefuß. Gegen Würmerwurden Kinder mit Honig und zerstoßenen Farnwurzeln behandelt. Außerdem sollauch das Rasieren gegen Würmer geholfen haben. Das Kind wurde an den Schlä-fen, dem Oberarm, unter den Schulterblättern und das Rückgrat entlang mit einemGemisch von Weißmehl und Honig bestrichen und diese Stellen so lange gerieben,bis schwarze Pünktchen zu sehen waren. Das sollen die Köpfchen der Würmer ge-wesen sein, die nur noch wegrasiert werden mußten. Die Haut blutete natürlichnach dieser Behandlung, was als Bestätigung dafür angesehen wurde, daß dieWürmer wirklich durchgeschnitten worden sind.

Honigpräparate fanden hie und da auch bei Augenkrankheiten Anwendung. Trü-be" Augen wurden mit einem Sud aus Honig und Fengelsaft" oder aus Honig undGamandersaft, bzw. mit einem Gemisch aus Honig und Wermutsaft oder aus Ho-nig und Rosmarin bestrichen. Triefende und eitrige Augen wurden mit eingekoch-tem Honig und Essig belegt.

Auch Krebsgeschwüre versuchte man mit Honigpräparaten zu behandeln, indemman Packungen aus Honig und zerriebenem Kerbel oder aus Honig und zerriebenerBraunwurzdarauf legte.

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2. Das Wachs

2.1. Der Symbolwert des Wachses

Dem Wachs, das Bienen beim Wabenbau erzeugen, fiel in der europäischen Kulturschon im Mittelalter eine besondere Rolle in den Wertvorstellungen zu; in der Neu-zeit erlangte diese Wertschätzung besonders unter dem Volk immer neue Varian-ten. Die Grundlage dafür bildete der Symbolwert, der dem Wachs von der Kirchezugeschrieben wurde: Wachs versinnbildlichte das Allerheiligste. Als Beleuchtungwaren in Kirchen nur Olivenöl und Bienenwachs zulässig. Eine brennende Kerzegalt als Sinnbild der göttlichen Gegenwart während des Gottesdienstes; keine Mes-se durfte gelesen werden, wenn nicht wenigstens eine Wachskerze brannte. DasLicht mußte vor der zur Schau gestellten Hostie stehen, vor dem Tabernakel, diebrennende Kerze versinnbildlichte den Glauben bei den Evangelien der gesungenenMesse; eine Kerze brannte und bedeutete die göttliche Gegenwart bei kirchlichenVerrichtungen, die die Gläubigen betrafen bei der Taufe und der Kommunion;bei Bestattungen versinnbildlichte die Kerze den Glauben und die Hoffnung auf ewi-ges Leben.

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